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Full text of "Über den gegenwärtigen Stand der archivalischen Forschung in Preussen"

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MITTHEILUNGEN 



K. PREÜSSISCHEN ARCHIVVERWALl 



LEIPZIG 

VEELAG VON S. HIBZEL 
1900. 



ÜBER DEN 

GEGENWÄRnGEN STAND 

DER 

CHIVALISCHEN FORSCHUNG 

IN PREÜSSEN. 



Db. BEINHOLO K08EB, 

■ lENFJLALDtBECTOR DEK STyUTSARCltlVE. 



LEIPZIG 

VERLAG VON S. HIBZEL 
1900 



<^^ 






EfAJa,^ 



Vorbemerkung. 



Die .Mittheilititgen der KSatglich PreuEsiachen Archiwerwaltang', deren 
™iea Heft hier vorgelegt wird, sind Üieils zur Anfnaiime von Ueberaichten 
die Beetiliide Her iStsatsarcbive bestimmt, theils zur Sammlong von 
aehwiseenBch&fÜidieu Beiträgen. Erörterungen Ober FVagen der Verwaltoitg 
Dlid Arcbtvleclmik, Berichten Ober ai'chivalische Forscliangsreiseu and wiasen- 
lohaftliclie Untemehmuiigen, Daratellungcn der Oeschiclite der einzelnen Archive 
Rnd Besclireibimgen ihrer llnterknnftsstätten, Aach bleibt ea vorbebalten. 
BTfi in Dich gesditoBsene ActengnippeD von besonderer ßedeulung iui 
r Stelle sum Abdruck zu bringen. 

Das Directorium der Staataarchire knüpft mit diesem Unternehmen an 
Be MittlieiluDgen über preuaosches Arcliivwesen an, die in den fünfKiger 
Falireu des alten .lahrhanderts der damalige Director der StaatBarchive gegeben. 
w. veranlasst hatf) 
Fflr den Abdruck in den ^Hittheilnngen* aind zunficiist in Ausüclit ge- 
lommen : eine Geschickte des Staatsardiii-? zu Hannover von Dr. Bir. früher 
Ar^ivar in Hannover, jetzt Staataarcliivar in Osnabrllck; eine l'eberaicht fiber 
• Bestände des Slaataarchivs zn Hannover, von deniaelben; eine Uebersicht 
r Gesciiiclite und der Bestände des StaatsairJüvs zn Schleswig von dessen 
Director, Oeheimem ArchivratJi Dr. Ilille; Berichte des Oeheinien Staataarclii 
t, Archivraths Dr. Bailleii Ober Studienreisen naeli dem Haag und Petersbnrg. 
lebet einem Urkündenanhang ; ein KOr^blJck auf die Entwickelong des K. 
E^nsuBcfaen Historischen Instituts in Rom von dem eraten Secretär des In- 
ititnts, Professor Dr. Friedensburg; eine Den kaehrift Ober die stAdtisclien Archive 
r Provinz Poaen von Archivar Dr. Warschauer: eine Znaammenateliang über die 
Uteren und neueren Verfalireu zur Erhaltung besciiädigter Pergamente, Papiere 
md Siegel, sowie Ober die vci-schiedenen in den Staatsarchiven zur Anwendung 
fangenden Arten der Aiifliewaluning von Pergamenlnrkuiiden; [teechreibungen 
ler Neubauten der ArcliivA-crwaltung, wie sie theils (in Aurich, Münster, llan- 

1 Vgl. iK. W. v. Lanrizcillcl Die proussificlicn Pro vincial -Archive imil ilin- 
'ukunft. Berlin 16M. — Deuksclirift tlber die preussiscben Staatftarcliive ncbs' 
t'eigleiobendcn Notizen ilt>cr da» ArchivwcKcii einiger fremder Suatcn. Beriin tS5S, 
- Das Slaal8-Arcbi\-weeen und der darauf bezügliche Bescfaluss des Herrenhauses, 
i 1868. — L. GoUmert, die prcussischen Staatsarchive lim „Archiv für Loudm 
iunde der preuswschen Honarciüe". Bd. IV Berlin 1fiS7). 



6 Vorbomerkung. 

nover, Magdeburg, Goblenz) bereits ausgeführt wurden, Öieils (in St 
Düsseldorf, Danzig) m der Ausführung, bezw. Vorbereitung begriffen 

Uebersichten über die Bestände des Geheimen Staatsardiivs zu Berlin 
der Staatsarchive zu Aurich, Goblenz, Osnabrück und Wiesbaden sind 
in Angriff genommen und werden den Veröffentlichungen für Hannover 
Schleswig zunäclist folgen. 

Die ,, Mittheilungen der K. Preussischen Archiv Verwaltung"^ werdra i 
Heften von verschiedenem Umfang erscheinen und sich nicht an bestima 
Fristen binden. 

Die hier sich anschliessende, die Reihe unserer „ Mittheilungen ^ eröffnen 
Uebersicht über den gegenwärtigen Stand und Beirieb der archivalischen n 
schung in Preussen wird mit ihren bibliographischen und statistiBchen AngaU 
eraehen lassen, wie die Ardüwerwaltung durch Veranstaltung eigner Verdffei 
lichungen und unmittelbare oder mittelbare Unterstützung fremder 
dem wissenschaftlidien Theile ihrer Aufgaben gerecht zu werden sucht. 



Ueber den gegenwärtigen Stand 
der archivali sehen Forschung in Prenssen. 



. Die Publicnlion«! 



, K, Preuasiscticti Staats; 



rclji 



Die Ani«giing zu deu „l'ublicalionen aus den I'i-eussisclien Staatsarcliivea" 
rt vuD dem Fflrsten vnii Bistiiarck auegegangeii. Als PrUsUIctit ües Staatti- 
niDisterinnia zugleicli Clief der Ardiivvi^.rwaltuug, ivies er im Jalire ISTö, nlf 
lunricli vim Sybel da» Directorium der Stoatsarcluve nbei-nalim, den nuuen 
Nrector darauf hin, dass in dei* eigenen Tliütigkeit für die Veröffentlichung' 
r Docntnenle die preussißcLen ÄirJiive hinter denen benaclibarter Nationen 
looli znrDckstfinden : „Dnrdi ein Zusammen treffen ungQnati^r UmHtJtiid<- 
Vir die Zahl der von der ArcliiTverualtuiit; veranlafisten I^ibUcationen eint: 
[eringe gebheben; man iiatte sidi zum giösaeren Tiiwle auf die üeraufi- 
[tbe mittelalterlicher Urkunden bescliritnkt, und manches nur mit pecuuiärer 
TnicrBtOtzong der Provinziallandtage zu Stande gcliradit. Allee Kuaanimen- 
met waren seit 1815 etwa zwanzig Bände geliefert worden''.') .letÄt 
wwilligte der Landtag eine erhebliche Erhöhung der beeclieidenen Summen. 
I btalier im Etat der Archiwerwaltung für Publit-ationez wecke aitsgesetzt 
rare'n, und bereits im Jahre 1STS konnten im Verlage von S. Rirzel liii: 
nten Bände der „Pnblicationen aus den Kgl. PreuBaischen StaatsarchiiPn'* 
r Oeffcntliclikeit übergeben werden. 

Ueber die Aufstellung des Arbeitsplanes fUr das groane Sammelwerk 
•esagt der dem oreten Bande voransgcachickte „Prospect": ,Bd der ersten 
Kspoaitinn des Unternelimens konnte der Gedanke nahe liegend ersclieiuen, 
e AuBwalil und Folge der einzelnen Werke nadi emem saclilich-Rystematischen 
Plane zu i)rdnen, auf einzelne Gebiete der historischen Forschung die KrÄffe 
I sammeln, Anderen Andei-ee zu Dberlasaen. Die weitere Ei'uägnng zeigte 
jedocli bald die Undurehführliarkeit änefi solchen Verfalireua. Weitschi cJitige, 
vielleicht erfolglose Unterliandlungen mit anderen Ediloren hStteu stattfinden 
lesen; die Auffindung der geeigneten Arbeitskräfta wÄre ersoliwert worden, 
d die sicherste Folge wiLre ein grosser Zeilveilust gewesen. So blieb es 
: dem Beschlüsse, zn geben, was man geben konnte, und auf das gnie 
ffort m hoffen: Wer Vieles bringt, wird .ledem etwas bringen. Unsere 

It Pnblicatiuueu I, S. IV. 



8 Reinhold Koser, 

Pabiication wird also mittelalterliche und moderne G6geii0tinde behanU 
sie wird Docamente aller Art zur allgemeinen deutschen und prcmminii 
Geschichte, wie zur Geschichte der einzehien Territorien und Provinsoi m 
fassen; sie wird Textabdrücke, Erörterungen und Darstellnngen iimfiM 
Wie das durch H. von Sybel aufgestellte Programm im Einzelnen Uk 
in 74 Bänden ausgeführt worden ist, mag folgende sachlidi geordnete I 
8ammenstellung ersehen lassen: 

Pnblicationen zur allgemeinen brandenbutgisch-preussischen, ben 

deutschen Geschichte. 

F. Priebatsch, Politische Correspondenz des Kurftlrsten AchiUes. (14701 
1486). 3 Bde. (LIX. LXVII. LXXI.) 

G. Irmer, Die Verhandlungen Schwedens und seiner Verbflndeten i 
Wallenstein und dem Kaiser. (1631—1634.) 3 Bde. (XXXV. XXXE 
XLVI.) 

0. Mein ar du 8; Protokolle und Relationen des brandenburgischen Geheim 

Käthes aus der Zeit des Kurfürsten Friedrich Wilhelm. Bd. I— IV. (1(M 

bis 1654.) Wffd fortgesetzt (XLI. LIV. LV. LXVL). 
M. Lehmann, Preussen und die katholische Kirche seit 1640. Bd. I — 71 

(1640—1797.) Wird fortgesetzt (I. X. XIII. XVIII. XXTV. LHL LVI 
H. Stadelmann, Preussens Könige in ilirer Thätigkeit für die Lande 

cultur. Bd. I: Friedrich Wilhelm I. Bd. II: Friedrich II. Bd. lU: FViediii 

Wilhelm H. Bd. IV: Friedrich Wilhelm III. (U. XI. XXV. XXX.) 
Fr6d^ric 11, histoire de mon temps. Erste, bisher ungedruckte Redaction Yi 

1746. Herausgegeben von M. Posner. (IV.) 
li Kos er, Briefwechsel Friedrichs des Grossen mit Grumbkow und Ifa 

pertuis. 1731—1759. (LXXII.) 
G. B. Volz und G. Küntzel, Preussische und österreichische Akten si 

Vorgeschichte des siebenjährigen Krieges. (LXXIV.) 
Unterhaltungen mit Friedrich dem Grossen. Memoiren und Tagebücher vi 

Heinrich de Gatt. Herausgegeben von R. Kos er. (XXII.) 
P. Bailleu, Preussen und Frankreich von 1795 bis 1807. Diplomatud 

Gorrespondenzen. (1795—1807.) 2 Bde. (VIÜ. XXIX.) 
P. Hassel, Geschichte der IVeussischen Politik 1807 bis 1815. Bd. 

(1807-1808.) Wh-d fortgesetzt (VI.) 
IL Ritter v. Poschin ger, Preussen im Bundestag 1851 bis 1859. Doo 

mente d. K. Preuss. Bundestags- Gesandtschaft. (1851 — 1859.) 4 Bd 

(Xn. XIV. XV. XXIII.) 

Publicationon zur GcBchichte der im preussischen Staate ver- 
einigten Territorien. 

E. Joachim, Die Politik des letzten Hochmeisters m Preussen Albreoht vo 
Brandenburg. (1510—1524.) 3 Bde. (L. LVIII. LXI.) 

P. Tschackert, ürkundenbuch zm* Reformationsgeschichte des Herzo( 
thums Preussen. (-1549.) 3 Bde. (XLIII.~XLV.) 



lieber den gegeDwfiitigen Stand der arcbivallKhea ForBchniig in Preusspu. 9 

Itere Univcrsit&ts- Matrikeln, I. ünirersitäC Oankfurt a. (.>. ilftrausgegeben 
von E. I'riedlaentler. (1506— ISU.) 3 Bde. (XXXII. XXXH. XUX.) 
■lere UnivcrBitäts-Matrikeln. Tl. Univeraität Oreifswald. Herausgegebea von 
l-'riodlaeDder. 2 Bde. (Ul. LVII.) 

Bär, Die Politik Pommems während des dreissigiährigen Kriegea. (LXIV.) 

e ältesten groEspolaiBclieii ßrodbildier- nerausgegeben voq L. v. Lekszycki. 

(I3S(} — I400.J 2 Bde. (XXXI. XXXVTU.) 

bns- und Besitzurkunden Sclüesieiiß und seiner einzelnen FUrateDlliUmer im 

Mittdaller. Herausgegeben von C. UrOnbagen und 11. Markgraf. 

2 Bde. (VII. XVI.) 

kutidenbuch de« llochstifts llalberetadt und seiner BischSfe. Herausgegeben 

von G. SchmidL (— i425.J 4 Bde. (XVII. XXI. XXVU. XL.) 

nsen, Westfiden und Rheinland im 15. Jahrhundert. I. Die Suester 
Fehde. H. Die MOnateriaclie Stiftsfehde. 2 Bde. (XXXIV. XUI.) 

Keller, Die Gegenrefonnaiion in Westphalen und am Niederrhein. Acten- 
BtOcke und Erläuterungen. {1555—1023.) 3 Bde. (IX. XXXIII. LXil.) 
umbbnltz, Die (jewerbe der Stadt Mflneter bis zum Jubre 1661. 
(LXX.) 

Forst, Pulitische Oorreapondenz des Grafen Franz Wilhelm von Warten- 
berg. Biscliofs von Osnabrack, aus den Jahren 1621-- 1631. (I,XV11I.) 

ren der KurfUrstin Sophie von Hannover. Herausgegeben von A. K Ü eher. 
(IV.) 

Bodemann, Briefweclisel der Herzogin Sophie von Hannover mit ilirem 
Bmder, dem Knrfflraten Kart Ludwig von der Pfalz, und des Letzteren 
seiner Scliwligeriu, iler Pfalzgräfm Anna. (XXVI.) 

Bodemann, Briefe der Knrfürstin Sophie von Hannover an die Ran- 
grjlfimien und Raugrafen zu Pfalz. (XXXVII.) 

Kficher, Gesrhicbte %'on Hannover und Braunscliweig IfilS bis 1714. 
Bd. I. n. (1648— 1674.) Wird fortgesetzt. (XX. LXIII.) 
kundenbuch de> llochstifts Ilildeslicün. Ilernusg. von Jaiiieke. (IvXV.) 
essiscties Urkundenbuch. Erste Abtheilung. A. Wyss, Urkundenbudi der 
Deutschordens-Ballei Hessen. 3 Bde. (lU. XIX. LXXHl.) 

hes Urkuudenbudi. Zweite Abtbeilung. H. Keimer, ürkundenbacb 
Bur Gesdiiohte der Herren von Hanau und der ehemaligen Provinz Hanau. 
4 Bde, (Xl.Vni. U. LX. LXIX.) 

iefwechsel Landgraf Philipps de» Groseiuntliigen vuu Hessen mit Bncer. 
Herausgegeben und erlSutert von M. Lenz. 3 Bde. (V. XXVIIL XLVIL) 

Ein zweites grosses ünteruehmeu der Arohi^Terft-aitung bildete nebtu 
en „Pnbliuationen aus den K. Preussisclien Staatsarchiven" die vou 
V. Sybel iu Gemeinschaft mit TIi. v. Sickel in elf Lieferungen heraui^- 
ebeue, mit sehr bedeutenden Koalon hergestellt« Sammlung der „Kaiser 
nrnhui in Abbildungen" (Berlin IShO— IhSl). 



TleinliAld Kdmt, 

Fttr den l'mfany der „VahlicationeD an% den Staatsarcliivoo" 
11. V. Ryliel die Z^l von SO Bänden vorgesehen; sie war, als der 1 
de» grossen Werkes am 1. August IS'JTi sturli, mit dem C4. Bande i 
niclit vnll eireiclit, ahcr din bereits in Vürliereitung begriffenen . 
stallten den Abiwliluss für ubseldtare Zeit in AosRicht. Die Ardtirvea 
■rtand alsn vor der Finge, ob, beew. naeti welclien Gnindsützen die , 
cationen" fortzusetzen mn «llrden. 

NacJi cingeliendeji Erwä^nj^en ist im Einvemeliuieu mit der Vet 
handlang beselilosaen worden, die Sammlung niclit anzustellen, 
«eilB ihren Betrieb einzuscliräulien . sodass nicht weiter wie in 
zwanzig .fahren otljäliriicli im Uurchschnitt 4 Bände verfiffenüicht 
aollen, und andererseits die EdltionaÜiSligkeit auf das Gebiet der allgi 
Geschiclite des Siaates zn concentriien nnd neue Veröffentlicbongaa l 
Terrilorialgcscliiclite nicht mehr in den Arbeitsplan aufzunehmen. 

Es soll das niclil beileuteii, daüs flieh die Arcliivverwaltnng (]er 1 
der Forschungen znr (jesdiiulite der einKelnen Landsrliaft^n entxiehexi i 
Im Gegenlheil wird angenommen, dass die Arclliv^■erwa^tung bei dem i 
Verfahren den torritnrialgeachiclitlicbon Studien in kräftigerer und < 
lieberer Welse als bisher zu IHllfe kommen kann. Sie lieabsinlitigt t 
bereits damit begonnen, <lie Ersparnisse, die sie an ilireni Centralfonds i 
jene EinsclirHnkuug des Betrielu Uirei- eigenen Publicationen madiäi ' 
gerade m der Weise zu verwenden, dass die Verßffentliclmngen der b 
Vereinigungen in den Provinzen i'eicbliclier und bSuFigor aus flta 
Zuscbltsse erbalten sollen, als es bisber bat geschehen ki'innen. IM 
Verwaltung gellt dabei von <lem Gesiditspunkte aus, dass die I 
geschieht liclien Forsdiungen und I'ublicsti-nen dodi eben nur in der i 
BerilbruDg mit dem heimischen Boden geddhen können, dass auf dieMn] 
biete eine Centralisfrung als ungostmd erscheinen muse, dass äne ] 
und Beaufsicbtigung der Quelleneditioncn territorialen Cliarakters von j 
Centralstelle aus iiTationell, ja unmöglich ist. während an Ort und 8te 
rnfene Kritflc aowold für die AusfUbrung wie für die üelioiwanhimg I 
Arbeit immer voriianden sein werden, 'j 



Ij DoHs die iibivii dargulcgteii Gci^iclitspunklc tiw die Arüliivvorwultu 
Zeit muBHgebend sind, ist nseh den Ert'rteningcn , die u, A. der ßegrOsdui 
hiatorisdien Comniiwiionen für Heeeen nnd WiUdeck und tür Nnssnii (vgl. unt«a fl 
vorangegangen sind, in den Kreincn der QrschfchtArormJiisr lii^reits bekannt, 
onvordienter war der Angriff, den K. liöblbaum bei Bosprociiung derVer 
liuhung von Emuihhollz, die Gewerbe der Stadt Slflnster bis zum Jolire IfiQl (1 
eadoocn ans den pi'eiiSBischen Staatsarchiven Bd. LXXj gegen die Ajchivi 
gerichtet hat Kr schreibt (Historiselie ZeitHchrift IJCXXlll, vn): „ErinnorpT 
mich recht, m sollten sie (die , Publicationen aus den Pr. St-.-\."l Dociii 
allgemeinen deutschen imd preussischen Geeeliichte, zu der eine» henTiri,ii;<'nd(a I 
■eignisacs, einer PcrBönliclikdt, eines Gegiuutandea von allgcuieiuer Ile<lculu 
I Tage fördern, nicht aber der bloracn I.oralgeechtelite dienen, fOr die luJifli 
Uilige ^mmetpÜLtze vorhanden sind." In welchen) ManAc den IteceHAi'nlei 



l'rljor ilcn gegenwärtigen Stand der archiralisclien Forechung in Preussen. 11 

Indem also die Arcliiwenvnltiing jetzt lieabaiclitigt, ihre agne, unmittel- 
tare EditionstliStigkeit auf das abgegrenzt« Gebiet der allgemeinen Oeschiclite 
) Staates uaA seiner Herrscher zu concentriren, h&t nie auch iDnerhalb 
r Grenzen noch eine iveitere Einfieliränkung siuh aufzuerlegen, d. h. nach 
vor diejenigen Aufgaben unberührt zu laasen, welcJie lierrata von anderer 
läle in Angriff genommen worden sind : durch die Königliche Akademie di-r 
Klseeoscbafleu und die lor vier Jahrzeiinten eingesetzte CoinmiBsion fttr die 
rerSffenIlichuug der Quellen zur Gescbiclitc des Orossen Karfflrsten. Für 
ehr weite Gebiete der allgemeinen brandenburgiseli-preuEMSchen Geediidite 
Dinit entlastet, werden die „Publicationen aus den Staatsarchiven" nm so 
Ulkbarere Aufgaben in der Geschichte des letzten Jahrhunderts finden. Drei 
londarverOffentlidiungen aus der Zeit König Friedrieh Wiltielms TU. (die 
bie, der Briefwechsel des Königs und der Königin Luise mit dem i-nseisolieu 
Eaiaerhanse, in der Ausgabe von F. Bailleu schon unter der Presse be- 
indüch) werden den Anfang machen, zwei grössere Serien sollen folgen : die 
'ortsetzuag der dnrcli einen Weclisej in der Person des HerauRgeliers leider 
luge ins Stiicken gerathcnen Ver6ffentlichung Ober auswärtige Politik 
Veusaens seit tS07, nnd als Seitenstück ein Urkundcnbuch ::nr Gesctiiclite 
■ Stein-Hardenbergschen Refonnen. Im Bereiche des IS. -lahrhunderts 
L die Publicationen der Akademie Kaum für eine Ausgabe der prcussisehen 
latsverträge, wie sie seit lange schnierzlicli vemiisat wird und nun bald 
iboten werden kann, und endlich wird die für die Regierungsz^t des 
rossen Kurfürsten begonnene Sammlung der Stftafaratlisprotoliolle nicht 
i fUr diese Periode fortgefulirt^, sondern naoh rückwärts aucli .auf die An- 
Dge des Geheimen Etatsraths seit 1604 ausgedehnt werden. Damit sind 

ißdächtnbs getäuscht hat, zeigt da» oben S. Sff. gegehene Verzeichnis unil der 
rospect zu den „Publicationen". Ilöhlbauin unteretellt also der Archiv Verwaltung 
S eine seiner Ansicht nach verfehlte Neuerung, was tliatefichliuh von Aufang 
I und programmgem^ geübt worden ist, nnd er unterstellt ihr diese angebliche 
Idtsame'' Abirnmg In dem Augenblicke, da <lie Archiv Verwaltung thalsScIilich 
e liisberige üebung, die Berücksichtigung der örtlichen Geschichte, in ihren „Publi- 
bonen" gerade einznatellen oder wenigstens einzuach ranken im Begriff ist Gan^ 
Butreffend ist es auch, dass es noch Höhlbaum für Publlcationeii zur Locnl- 
Scbicbte ,,>tcl)on unzählige" AblagerungsstSttou geben soll. Vielmehr gab cft ^'or 
Gründung der bistorischcn Commtsstou für Westfalen ilS9G) keine Stütte, an der 
B Werk von Krurabbolta — seist 1S92 begonnen worden — zur Veröftentlicliung 
iholfon werden konnte, wenn nicht die Arehi^-verwaltnng es damals in ihre Serie 
fgenommen hSttc. 

Elbenso ungerecht wie die oben gckennKciclineto Ausehuliligung ist auch die 
ttung Höhlbanm», dass dem Anschein nach „Plan und Ausführang der 
nmbholtz'schen Veröffentlichung nicht von anderer Seite her genau nachgeprüft 
Fworden sei." Die nach dem 1692 unfgealclltcn und geprüften Plane ausgcffilirt«' 
ArlieiC ist unmittelbar, nacljdein ich die Geach&ftc der Archiv ver«'altung iibenialim, 
ala diTiekreif imd der Veröl fenüichung werth anerkannt worden auf Gnmd eines 
eingehenden Gutachtens, welches nnor der besten Kenner der deutschen Städte- 
geecbicbte auf meine Bitte abgestattet hatte. Auf die materielle Seite der tVige 
ist hier nicht einzugehen. 



ReinhoM Ku»ei-, 



..Arctuvpublicationeii'' für die nächste Zeit hinreicheud grosse uod 
reichend dankbare Aufgaben gestellt. 

Ueber die erhebUche Erweitening, die nach «ner anderen ScÜB 
neuerdings der wUsenBcliaftHche WirkungskreiB der Archivverwaltong dt 
die Anglieilerung des historisdicn Inatitute in ßüm erhalten hat, soll liier, 
es eine Umschau über den Betrieb der Forechucg in den einheimi8< 
Archiven gilt, nicht gesproclien werden. Ein besonderer Bericht Ober 
hiatorische Institut und seine Veröffentlichungen: die Sammlung der 
tiatur- Berichte ans Ucutachland", das Repertorinm Gernianicnm und dis 

frift ^Quellen und Forgcliungen aus italienischen Archiven und BR 
oben 8. 5 bereite angekündigt worden. 



E Die Publication der , Urkunde 



n und ActenstUcke zur Gesahu 
Friedrich Wilhelm". 



^Hft Th' 



Die unftT vorstehendem Titel ei-scheinende. auf Veranlasanng des 
prinzen Füedricti Wilhelm, nachmBligen Kaisera Friedrich, veranstaltete SamBT 
lung ist die älteste unter den umfassenden Publicatianen zur branden bur^»c^ 
preuseischen Geschiclite. Den Plan dazu hat der Verfasser der „Ueschi^ 
iler preussiachen Politik" Johann Gustav Droysen, nach seiner Benifong is 
die Berliner Universität, im FrUhjalir ISSa bei dem Prinzen angeregt nn<l 
ein Jahr darauf in einer ebgehenden Denkschrift näher entwickelt. Die lUttd 
für die Ausführung sind seit 1861 durch immer wiederholte BewilUgnngen uia 
dem Königlichen DispoBitionsfouds (zuletzt im Jsdir 1S92) bereit 

Eine erste Hau pfabthei lung des grossen Unternehmens gliedert 
drei Serien : 

Politisclie Verhandlungen, bisher fl Bände (Berlin 1864—1890)] 
arbeitet von B. Erdmannsdöi-ffcr A. Hii-sch, F. Hirscli und R. Brode. 

Auswärtige Acten (Berichte der diplomatiBcben Vertreter des 
des vom brandenbnrgischen Hofe), bisher 3 Bände |Berün 1S65 — 1 
Theilen (lio'ländisdie, franzSsische, öalen-eichisclie Berichte), 
Simson, IMbram. 

. Stäntoche Verhandlungen, bisher i Bände (Berim 1 86»J — 1 899)f] 
Cteve-Mark, Brandenburg und Preussen, bearbeitet von v. Haeften, 
Breysig und Spahn. 

Die zweite Hauptabtli eilung ist unter dem Titel „Urkunden und Acte 
zur Geschichte der inneren Politik dea KurfUraten Friedrich Wi 
seit 1895 im Ersclieinen begriffen. Die Ausdehnung der Pubhcation a 
Gebiet der Staatsverwaltung wai- im ursprünglichen Plane vorgeselien, 
Zeit hindurcb aber aus dem Auge verloren, bis G, SelimoUer als 
der für die Leitung des Unternehmens von dem erlauchten Protector b( 
wissenschaftlicbcn Commission ilir diese weitere Aufgabe von Neuem 
Geplant sind zunäctist einige Bände, welche, zugleicli Darstellung und 
kandensammlung, eine ^Geschichte der brandenbn raschen Finanzen in 



Ucber den gegenwärtigen Stand der nrcliivaliBchen Forstbung in PreuBsen. 13 

; von 1640^ — 1697" bieten werden; der 1. Band, von K. Brej'aig be- 
eilet, liegt vor. In gleicher Weise sollen in der Folge die e^angeÜBcUe 
eben Verwaltung (die katlioliache bleibt nacli dem Eraclieinen dee oben S. S 
I Mfgefübrten fferkoB hier unberiloksicbtigt), die Juatizpflege, die Wii-thschafts- 
mnd Handelspolitik, vii^lleicht auch die Heeresverwnltnng belianddt werden.') 



%. Archivaliscbe Publicationo 



' Berliner Akademie der 



Wisncnscliaften. 
Die Akaäemie der Wiseenncbaften hatte zwei Jahrzebnte hindurch die 
ron PreuBB besorgic Ausgabe der „(Eu^Tea de Fröd^ric le Grand" nnter- 
tfitzt, im Uebrigen aber QuellenpubUcationen zur preussiachen Geschichte 
n ihr Arbeitsprogramm nicht aufgenommen. Erst eine von ihren Mitgliedern 
r. 0. Dro}-sen und M. Duncker im .lahre 1ST4 vorgelegte Denksdirift gab ihr 
lie lUchtung auf dieses Forschungsgebiet. Anf ihren Antrag erliielt sie die 
mäditignng znr Veröffentliclmng der „Politisclien Correapondenz Friedrichs 
lee Grossen". Die Publication ist seit läT9 in 25 BSnden bis zum Ausgang 
les Jahres 1 Tfiti geführt.^) Ihr zur Seite steht die Sammlung der ,,Preu»<ischen 
BtaatBScIiriften ans der llegiernngszeil Friedriclis II", d. h. der Manifeste, De- 
dncUonen, Flugblätter u. b. w., die seit 17-lU den Staudpnnkt der preussi- 
I Politik vor der Oeffenilichkeit vertreten hatten. Die drei bisher er- 
sdiienenen Bände^), deren Fortsetzung vorerst ausgesetzt bleibt, betreffen den 
Zeitraum von 1740 bis 1756. 

E^ne weitere nnifassende akademische Publication zur neueren prenasi- 
hen Qeschicbte geht wieder auf die Initiative von G. Schmoller zurück, der 
i FYOlijahr 1SS7 bei der Akademie den Antrag stellte, als Ergänzung der 
^olitiBchen Con-cspondenz Friedrichs des Grossen'' eine queUenmässige Ver- 
öffentlichung über die innere Staatsverwaltung Preuasens im 1 3. Jahrhundert 
in Angriff zu nehmen.') Die von dem Antragsteller als Frucht jahrelangen 
Archivstudiums gesammelten Abschriften-Massen haben dann die Grundlage 
fOr die Bände gebildet, die er im Verän mit jüngeren Mitarbeitern unter dem 
Titel „Aeta Bomssica. Denkmäler der Preusaischen Staatsver- 



11 Vgl. den d(^m ersten Bande dieser Abthdinng voisusgcetcllton Bericht der 
Commisnon vom 1^. Januar 1895. Der CommiBsion gehören aosser G. Schmoller 
Professor Dr. Ilolizo und der derzeitige Director der Staatsarchive. 

2} Der Commission für die Leitung der Publication Imben nach, bezw. neboi 
dninder angehört J. G. DrujBcn, M. Duncker, H. v. Sybi-I, M. Lohmann, G. SchmoUcr, 
B.KoBer: der letztere nnd nach ihm A. Naud6, K. v. Biittlar, 0. Hemnann und 
B, Volts (der jetzige Bearbeiter) haben die einzelnen Bände für den Druck her- 
KeateUL 

3) Beriin 1877— IS92, bearbeitet von R. Koser und 0. Kranske. 

4) Dober die Genesis der Palilieation lierii'hlel eingehend die Vorrede zum 
ta Bande, Auch für diMC Aufgabe besteht cino akademische ('onimiaaion, in 
neben G. ScIimiiUer zuei«t I). r. Sybel und dann deemn Nachfolger im Direc- 

tminm der Staatsarchive eintrat. 



1-1 



HrinhoM Ko«T. 



ualluiig im IS. Jalirliumlcrt" <lcr Oeffentlicfakeil Dbergel>en fast 
ci'scliieneii : 

Die rrPussiBche Seideniodofttrie im IS. Jalirlitindert Bd. L 11 J 
arbeitet Cnrch Ci. Schmoller und 0. Hintze; Bd. III. Daratdliti 
o, Hintie. Berlin 1592. 

Die Bell Orden- Organisation und die allgemeine Staarevorvialtun^ in 1 8, 
liunderL lid. I (17UI — 1714) beaibeitet von G. Schnioller und O. Krw 
Itd. II (1714—1717) hearbeilet von G. Schmoller, 0. KraTi»kej 
V. Löwe. Berlin 1894. 180S. 

Die Getreideliiindeliipolitik der Europäischen Staaten vom 17. tatJ 
IS. .lalirhundert, als Einleitung in die Pi-eussische GetreidehandelsiKilitik. ' 
eteUiuig von W. Nand^. üerlin lS9ii. 

AI« Gegenstände (ür die „Acta Boruasica" sind weitei" in An» 
zum Theii beieits in Bearbeitung genommen ebe Geachiclite der WoUi 
eine MOnzgescIiicIile, eine GeHcbichte der Bergwerks-, Hütten- und i 
waltung, sowie eine Ausgabe des Briefweciisels zwisclien Fiiedridi Will 
und Leopold von Dessau, die demnSchsl als ßeilagebiuid der Setio Obf 
..Reliönlen- Organisation'" erscheineTi wird. 



^^^m , 



. Arcliivaliscb 
Vereii 



isenscliaftliehcr 



in den Pr> 



In der zunäolist filr die Stände der Provinzi^illandtage bestiminlen 11 

irift über ,die prenssisclien IVorinzial-Arcliive" spracli K. W. v. l^ondzclk 

Jalire 1 S54 den Wnnscb aus, daes die Stand« für Bestrdtung der unnüttA 

baren Bedürfnisse der Arohiwerwaltung eine Geldhülfe gewUiren niflclikB. 

Dieeer Aufforderung, die zu wiederholen bei der beutigen i-eicllichen;ii fiuB- 

/.iellen Ausstattung der Staatsarcliive kein Anlass vorliegen wUrde '), ist daiuk 

nur der rhdnische Provinniallandtag zu Gunsten der Arehive von Cubleci 

und Düsseldorf nachgekommen. Weht aber haben seither die Vcrlr^tan^ 

sämnit lieber preussiiwhcr Provinzen grössere oder geringere Geldbewilligung» 

fQr die Zwecke der Drucklegung und Ausbeutung der bdmatbliohen GeeclUcto 

quellen eintreten lawcn. Der vereinzelt und vorübergehend laut gowardeo« 

Auffassung, dasa die Vemnsttdtiing derartiger Verdfrentlidiungen l^ine a» 

seliliessliclie Aufgabe des Staats sei, wUnle die Archiwerwaltiing sich nidd 

anschliessen können. Im Gegentlieil ist immer der GnindsatK festgehalUa 

onten, duss eine Sljiatsuntei-stütxung im BodOrfnissfalle nui- d.i binzuzntreteB 

Lt, wo in der l'rovmz sellMt ein verstand nissvoll es Interesse an lier ohM 

lassende Uikundeu- und Actcnpublicationen niciit en-eichbaren Auflielluaf 

lieimisclien Geeehicht« torhandeji ist und wfrklliSiig sicJi Üussert. 

Die zur Zeit im Gange befindlichen Veröffentlichungen zur Ten 

1> la I'i'aiJtnjich liegt die Untcrhaltungspflicht für die DepnrtctacDtalar 
Mgleich sie zum ätaala^t Kcrcdmet werden, den De]>a]leineut6 oli. Vgl. ^ 
, Bezirks- nud Gemeinde- Archive in Eltiass, Huauburg 1S9H, S. I 



VlTebtr d«n b-egcnwärtfgen Stand dor ardiivalisrlirn Forschung in Prenssen. 15 

^ta^icht« gellen thdle von den meist schon seit einor Roilje von Jalirzebnton 
^^Hfaftden provm;äaIeD Geschiclitevereiueii aus, die ihre wissenschaftlichen 
^^^K[ daneben noch durch Herausgabe einei* higturiachen Zeitschrift und 
^^^KngelmäeBige, für Vortrüge beetimmte Sitzungeu verfolgen ; thdls sind 
B» Ton gelehrten Körperecliafteu Übernommen worden, die nuch dem Muster 
Hör Biit der k. bayerischen Aliademie der Wissenschaften verbundenen ^histo- 
Hadien Commission" ilire Aufg'abfi ausscldieealich darin sehen, die Forschungen 
Bor bomischen Geschichte dadurch zu fördern, dass sie die Quellen „in einer 
Ben Forderungen der WiBsonschaft entsprechenden Weise herausgeben".!) 
I In Sclilesien, wo diese Forachungeii sich der ungestörtesten Contiuuitäl 
Ba erfreuen gehabt haben, sah dei' „Verein fflr Geschichte und Alter- 
Klium Schlesiens" bei der Feier seines fUnfzigjälirigcu Jubilänms im 
Hirz 1S96 anf eine Keilie von 42 Quartbündou schlesischer Geachichts- 
Bti«Uen zurück (darunter die Scriptorea rerum Sileeiacarum, der Codex diplo- 
BiAticna Silesiae, die Fürsten tagsa den, eine Geschichte des schlesischen MUnz- 
■resene, Urkunden und Acten zur Geschichte der Oderacliif fahrt, u. a. w.j, wilh- 
■end seine Zeitschrift damals bis zum 3ü. Bande vorgerQckt war.^J 
I In dem alten Ordenalande ist dem 1ST2 begrilndefcn „Verein für die 
Bescbiohle von Ost~ und Westpreuasen" zu Anfang der acJitziger Jahre 
b Dandg der Westpreussische Gescliiclils verein an die Seite getret<?n; 
Beide haben sicli m die Kearbeitung des ,,Neuen Preussiachen Urkundenbucba" 
■lS82ff.) getheill, welches den heul« veralteten Codex diplomaticus Prussicas 
Iron Voigt m eractzen benw. zu ergänzen bestimmt ist, und während die von 
Bern älteren Verein veranlasste Sammlung der „Acten der Ständetagc Preussena 
■niter der Heri-scliaft dea Deutschen Ordens" in der Ausgabe von Toppen 
■fi Bde.) abgeschlossen vorliegt, hat der VVeetiireuBaiscIio Verein eine Veröffent- 
bcltiiog der Ständetage von Westpreuasen aus der polnischen Zeit in Angriff 
genommen. Daneben geht der historisclie Verein fUr Erraland mit gesonderten 
Qu eilen pablicalionen vor. 

In Posen hat die historische „Oesellscbaft für die Geschichte 
der Provinz Posen", die zur Zeit wegen Ilerslellung eines gemeinsamen 
Verbandes mit der „Historischen Gesellaehaft für Netze-DiBtrict" 
zu Brumber<; in Verbindung steht, 1S92 mit dem I. Band einer Ausgabe 
defi Posener Stadtbudios von A. Warschauer eine Serie von grösseren ,,Sonder- 
verCffentlichnngen" erflffuet und sie 1S95 mit einer Sammlung von , Urkunden 
nntl ActenstUckeu zur Geschichte der Organisation SUdpreussens" fortgesetzt. 

Die „Gesellschaft für pommeracUe Geschichte und Alter 
thnmsknnde" gedenkt m ihre Sammlung von „Quellen zur Pummerschen 
Geecitichte' (Stettin ISSSff.) jetzt eme kritische Ausgabe der Chronik Buggen- 
liflgens aufzunehmen, als Seitanstück zu der ISdT aussorlialb dieser Samm- 
lang mit Unterstützung der Grafawalder Knbenuw- Stiftung erschienenen treff- 

U Au» Ü 1 der Satzungen der „GMcIlschaft fiir ßiieiiiisciic (kwcbichukunde." 
2) Vgl. ^Ui'kgiaf, der Verein für Giiwtiichte und AllL-itliutu Suhlesiciis in Ucii 
Braten 80 Jahre» utines Bestehvni'. llre^laa W.m. 



16 Bciiihold Ko9K, ^^H 

lieben Bearbeitung (1er Kantzowsclien Chronik durdi (i. Gabel; von Sm^^^^I 
8taat8an:lii\'s zn Stettin wird die Fortsetzung des Pommei'achen Url^^^H 
huches vorbereitet. ^^^| 

Der „Verein für iTeschichte der Mark Urandenbnr^^H 
Berlin hat netierdings bei Qelegenlieit einer Statutenändenmg, und ^^H 
reichlichere llewilligungen aus Sffentliclien Mitteln auf eine breitere flni^^^l 
ftrnndlage gestellt, neben der Fortsetzung seiner Zeitschrift „Foradiange^^H 
branden burgischen und preuaaiBchen Geschichte" die Veranstaltung S^^^^l 
Publicationen iu Au^idit genommen ') und zwar KunäcliBt eine Vw^^^| 
lichnng der Stände- und Landtagsacten , eine Bearbeitung der kird|^^^| 
bezw. politiacheD Geographie der Mark, sowie Er^nzungen zu dem ^^H 
sehen Codex dipbmaticns. ^^^| 

In ähnlicher Weise hat in Hannover der „historische Verei^^^| 
Niedersachsen" sein Arbatsprogramm erwcitom können, indem d^^H 
1S87 nicht fortgenetzte VerGff entlich ung der „Quellen und Darstellnng^^H 
Geschichte Niedereachsena" jetzt wietlerauFgenouimen worden ist; sechs g^^H 
Werke befinden sich in Vorbereitung: die Fortsetzung der Urlnmdeolj^^H 
für das Hochstift HUdesheim und fllr Stift und Stadt Hameln, eine Q««^^| 
des Klosters Ebslorf, {lio Anagabe einer noch nicht bekannten ChroiüE^^H 
Brüder vom gemeinsamen lieben r.n Hildesheim, eine VerwaUungsgestdüdH 
dea Fürstenthums Calenberg für den Zeitraum von 1495 bis 1ÜS4 nndoBCJ 
.Sammlung der Briefe des niedersächeischen Reformators Antonius CorvintiLt] 1 
~ Selbständige Quellen- Publicationen veranstaltete der Magisti-at zu HQdM'j 
beim („ürkuiidenbucli der Stadt Hildesbeim, herausgegeben von 11. DSbiMj J 
Bd. I— VU, 1881 — IS99) und der historische Verein zu Osnabrück (.0«*-| 
brUcker Urkundenbnch", herausgegeben von F. riiih'ppi und M. B.lr, Bd. I— ffl 
1892—1999; „Osnabrücker GeacliiditsqueUen" liej^usgegoben von l'hiU^ 
Forst, Runge IS91ff.).») ; 

Die „Gesellschaft für Schleswig-Uolsteiu-Lauenburgisoh» 
Geschichte" in Kiel liat ira Anschlnss an ilire ältere „ürkundensammloi^ 
(Kiel 1839— I8T5, 4 Bde.) seit 1SS6 „Schleswig-HolBtein-Lauenburpaefc« 
ßegeaten", herausgegeben von Hasse, veröftentliclil, deren 3. Band (1301— 
1340) ISOf) erschienen ist, deren Fortsetzung iodees dem Vernehmen nidi 
vorerst nicht zu entarten steht, da der mit den Vorarbeiten für den 4. Bandi 
betraute Gelehrte, Professor Sclium, inzwischen gestorben ist. 

Unter den Pi-ovinzen, in denen die systematische Veröffentlichung dar 
territorialen Gcecliichtsqnellen nach jenem MUncliener Muster von eber „histo- 
riadien Commission" geleitet wird, ist an erster Stelle Sachsen zu aeaneiU' 

1) Vgl. die H)CCh«Iung in den .,ForBchangen zur brandenburgischen md 
preussischen Gescbtohte", XU, 269. 

2] Vgl. den „Geschäftsbericht dee Vorstandet^ des historischen Vereins tBt 
Niodorsodiseii" für 18S9, B. 4. 5. 

3) Vgl. F. Philipp!, Itfickbtiok auf die Thätigkeit des LiatoriseLen Vereins M 
OsnabrGck wlhrcnd der mtttsa ho Jahre »eines Bestehens. Osnabrück 1897. 



den gcgcDwirtigen Sbtnfl (l(ir Mrcbivalischen Forschung; in rreusson. 17 

Ini traten im .lalire tST6 noler FUlinin^ i\es „Vereins fUr OeGliicIite des 
enogütams and Erzsiiftfl Magdeburg" nnd des ..HarzvtireinB für Oefioliichte 
lä AlterthumekuDde" sieben Omciiichtsvcreine zu einem Verbände zusammen. 
■ ale „liistorisctie Commission" seitlier die „GeschicdtBqHellen der Provinz 
kdisen und anderer Gebiete" herauegiebt : in bereits mehr als 'Mi Bänden 
ttbSit die Sammlung neben stSdtiitchen , süftisehen und klösterlichen Ur- 
mdenbflcJiern, welctie die Hauptmasse bilden, den Briefweclisel des Ilnma- 
I Hulianus und dea Reformators Jostus Jenas, Erfurter Universität»- und 
•IberaUdler Visitationsacten, ItaUiscbo ScIiOffenbUcher nnd LehnsbUcher der 
■gdeburger ErzhisehSfe, papstliohe Urkunden und ßegesten aus dem vnti- 
jatiitsa Archiv u. A. 
Olrädie Zwecke verfolgt in auderem Italimen, otine den Namen einer 
Btorlschen Commiseion gewShlt zu haben, die am l.Jnni ISSl gegrtindele 
Deaellschaft für Rheinisclie Geschiclitsknnde". Dank dem ver- 
Indnisavollen Entgegenkommen, das ilire Bestrebungen Vororten bei der 
BrBIkemng dea Rbeinlandes gefunden haben, verfügt die Geaellsdiaft seit 
■ge über weit reichere Oeldmtttel, als irgend eine der fthnlichen Vereinigungen 
1 suderen deutschen Landen, indem sie ausser einer Anzahl von „Stiftern" 
r Z«t Ober hundert „Palrone"') zählt; davon abgesehen, dass einer ihrer 
ttfter, der im Vorjahre verstorbene Oeheime Commerzienrath Dr. vim Mcvisscn, 
r Oeaellschaft ftlr die Krönung von historischen Preisaufgahen ein Kapital 
a 30,000 Mark übenviraen hat. Die Rlieinische iieschichtsgesellschaft hat 
den beiden ersten .labrzehnten ihree Bestehens mehr als zwanzig grosse 
Bblioationen in Angriff genommen, die sieh auf die verschiedensten Bereiclie 
Brtltcdlen: zur allgemeinen tieschiclite der Rlieinlaude eine Ausgabe der 
I rheinischen Urkunden, Sammlungen der erzbischöflich kölnischen Re- 
, der Weistliflmer und tler Urbare der Rhein proiinz, ein Urkundenbnch 
ir Oflflchiclite des Handels und der Industrie im Rlieinland nnd Weetfalen 
d dne Actensaramlung znr Geechichle des Jesuitenordens; zur Oeacluchte 
r Stadt Kfiin u. A. die Sammlungen der Schreinsnrkunden und der Stadt- 
KfammgeD, die Universitätsmatrikel, die Acten zur Geschichte der kölnisclipu 
'erfMBung nnd Verwaltung im 14. und 15. Jahrhundert (neben einer äliu- 
1 Sajnndung für Coblenz), sonie ala Preisschrift der Meviseen- Stiftung 
B Geschtclite der „Entwickelung der kommunalen Verfassung und Verwaltung 
r Stadt Köln bis 1396" von Fr. Lau; als Bdträge zur rheinischen Kunst- 
Btehidite die Ausgabe der Trierer Ada-nandscluift und die mit hundert 
lehldmoklafehi illnstrirlo Geschichte der Kölner Malersehule; weiter die Aus- 
) der JOlich-Bergisclien Londtagsacien und eine Sammlung von Acten zur 
idiidile der Juli ch-Cleveschen PoUtik Kurbrandenburgs: endlich den „histo- 
hes Atlas der Rheinprovinz'', dem zur Zeit noch nh'gends etwas Aehnh'clies 



1) , .Stifter der Geselliwbaft sind iliejeuigon. weiche wenigstens 1000 Mark in 
Kaue der Geseltschnft einzahlen"; „Patn>ne diejenigen, weiche einen Jahres- 
I mindestens 100 >Inrk aiif H Jahre zu zahlen sieh verpflichten". S 2 



18 



R«iiAoIc) Kener, 



Mcli an die Seite stellen kann. — Die Pahlieaticraen der Rheinischen fl 
BchiohtsgeeellBcliaft beabaiclitigt der „DÜBseldorfer Geachichtaverein" in i 
engeren Forach imgaliereiche durch ürknndenbfldier für die geistliclien i 
des NiederrheinB zu ergänzen. 

Den in dei- Provinz Sachsen und in der Rhein pro \"inz geseiiaff 
lichtangen Laben aicli dann die in den letzten Jaliren ins Lieben t 
,JiiBtt)ri8ehen Commissi onen" für Westfalen, für Nassau, für Hessen und 'V 
angelehnt, nadidem inzwischen ansaerliaJb IVeussens 1S83 
historische Commissioa", 1891 eine „Württembergiache Commission für I 
geschiclite", 1893 eine „HistoriGche Landescximmiüsion für Steiermart 
1896 eine „Konigl. Sächsische Commission tüi- Geschichte" ins ] 
treten waren. 

Die , Historische Commission für die Provinz Wei 
steht in enger Verbindung mit dem in die beiden Abtheilungen I 
Paderborn gegliederten, schon seit dem dritten Jalirzelint dos Jalirhniu 
bestehenden „Veräne flii- Geschichte und Altcrthumskunde Westtalena", 
steil uiedcmm dem allgemeinen „Provinzial -Verein für Wissenschaft 
Kunst" angliedert. Neben der HereteÜiing eines Gesammtreg^sters 
mehr als 50 Bände der ^.Zeitsdu-ift für vaterländische Geschichte und i 
tlmmskunde" hat die „Hist^irisclie Commission" sich als nächste Aiif^ 
gestellt: die Fortsetzong des zur Zeit in 4 Bänden (einschücsBÜcli der 2 1 
Regesta Historiae Westphaliae) bis 1300 führenden Westfälischen Urki 
buche», und des gleichfalls bisher in 4 Bänden vorUegenden C'Odes 1 
tionuni Weatphallcanim sowie die Veröffentlichung der I^andtagsacteo I 
Bisthums Münster. 

Auch die „Historische Commission für Nassau" knUpfl I 
eine schon gegebene Organisation an. indem sie sich am 18. März 18 
eine ..Section" des „Vereins für nnsBauiBchc Altcrthumskunde und Gee 
forBcbung" constituirt hat, dessen jAnnalen", den Pubüeationen dej 
misslon zur Seite, in der bisherigen Wdse weitei-ersclieinen wenien. 
Iiältniasmässig selir kurzer Zeit hat diese Commission bereits die erste 
iiirer Thätigkeit vorlegen können: einen von dem Archivrath Dr. Hrini 
herausgegebenen ersten Band „ Nassau -Oranischer Con'eepondenzen" (Wie 
1809): Briefe und Urkunden zur Gescliiclite des KatzenelnbogischenE 
Streits f 1 5 1 S— 1 53S), begleitet von emcr ausführlioben geacliichtlichen Dar 
dieses dynastischen Zwistes zwischen Nassau und Hessen it 
Zusammenhang mit den grossen politischen und reli^ösen (. 
Reform ationszeitalters. Ausser der Fortführung dieser Correapondei 
sowie defl „Nassauiachen Urkundenbuchs" werden eine Sammlung A 
thümei-, eine Nassovia saeia und eine Nassauische Itibliographie geplant 1 

Unabhängig von den bestehenden Geschieh tsvereinen hat sich 
10. .luli I6Ü7 in Marbui-g die „Historische Commission fflr HeaJ 
and Waldeck* constituirt, doch sind alsbald der „Verein für hee 
Geeclüchte and Landeskunde" in Cassel, der Fuldaer und der Hanauer i 



r den gegonwSitigen Stand da- iircb!Taliedi«iD Potschnn^ in PreuBwm. 19 

iclltsrerein und der Oberheeeiscbe Geechicbtsyeran in Gieeaen der Coiu- 
Mon als „Patrone" bdgetreten. Nach dem ereten Jahreaberiebte sind 
iclisotig in Angriff genommen worden : die Herausgabe der ßegeeten der 
ndgrafen von Hessen für die Zeit von 1247 bie 1509; Sammlungen der 
in Hessen and von Waldeck und der Lessischen Landtageacten ; 
Fnldaer ürkundenbuch und Urkundenbilcher fOr die wetterauischen KöcIib- 
, ein historisches Ortsleiikon und ein Hessisches lYachtenhuch, für das 
' Jnsti in Marburg seine umfassenden Sammlungen zur hessischen 
etDmkiillde als Gnuidlage überlassen hat Eine Vorstudie für den zum 
Shjahr 1000 in Ausuefat gestellten ersten Band der Landtagsacten hat der 
ftrbeittf Dr. Glagau soeben iii seber Biographie der I-^ndgräfin Anna 
, der Multor Philipps des Grossmütliigen, als einer „Vorkämpferin 
äesherrUcher Macht" erscheinen lasseu. 

Die Geldbewilligungen der Provinzialyerti-etimgen für die Fönlerung 
torisoher Forschungen beliefen sich im letzten Jahre auf folgende Summen : 
Ostpreussen, an den „Verein fUi' Geachichte von Ost und 

Wes^renssen 4üü M. 

Westprenason, an denselben 300 „ 

an den .Westiireassiachen Geechiclitsverein" 1000 „ 

Brandenburg, an den , Verein für Geschichte der Mark 

Brandenburg" 2500 „ 

Pommern, für die Fortsetzung des ^Pommerachen Urkunden- 

huches" 500 „ 

ui die „Historische Gesellschaft für die Provinz Posen' 800 „ 
Schlesien, an den ^Verein für Gesdiichte und Alterthnm 

Schlcmena" 1350 „ 

die , Schlesisclie Gesellschaft für vaterlilndisdie Kultur" 
^verfolgt neben den historischen Forschungen auch natnrwissen- 

i Studien) 3000 „ 

Saehsen, an die ., Historische Commission für die Provinz 



5000 

(die gleiche Summe von 5000 M. erhält die Commisaion für 
3mb FVovinzialniuseum, und weitere 4500 M. jährlich für sonstige 
2 wecke). 

«stfalen, an den , Pro vinzial- Verein fUr Gcflchiclite und Kunsf^ 4500 
d« Rheinprovinz, an die „Gesellschaft für rheinische Ge- 

whiclitaknnde" 3000 

Schleswig-Holstein, an die „Geeellsohaft für Schleewig- 

Holstein-LaDenhur^sclie Gesddchte" 2100 

Hannover, an den „Historischen Verein für Niedersachsen" , 3000 
Re^enmgsbezirk Cassel (llewilligung des Coinmunal-LandtagB) 
1 die i^istorische Couunissiou für Hessen und Waldeck" . . 1000 
Begtemngsbezirk Wiesbaden [Bewilligung des Gommunal- 
hndtsgffl], an die „Historisdie Commiseion für Nassau . . - lOOO 



Rcinbolil Eosfr, 

Die ArchivvorwaltuDg ihrereeit« ist nun nach Maassgabe der ihr i 
VerfUgnng stehenden Mittel nicht in dei- Lage, übsraU imunterbrodiat I 
Qberall gleichmäBsig finanzielle BeiliUlfe zu gewälu^n. Sie ist sur ! 
der Melirzahl der Proiinzon an den einselilägigea wisflenRchaftlicbeD ' 
nehmungen mit ihreo Zoecliüsaen betlieiligt und liat zumal in den i 
Land estb eilen, wo eine systematische Editionetliatigkeit noch fehlt« odorl 
Stockea gerathen war, wesentlich dazu beitragen können, dass dort i 
letzten Jahren die Pflege der territorialgeschichtliclien Stndien in verlu 
voller Weise organisirt worden ist. 

Mit der grSsst«n BcreitwiDigkeit stellt femer die Archiv^crft'altung t 
ihre Arbeitskräfte in den IKenst dieser Studien, mittelbar dnroh nnm 
brochene tägliche BeiliUlfe der Archivbeamten, auf welche alle Arofaiv-bf 
ohne Ausnahme und in erhöhtem Uaasse die Mitglieder und Mandatanfl 
hiatoriacheD Commissionen und Geachichts vereine bei jeder NachforachtUlgV 
gowiesen sind, und unmittelbar durcb die active BetheÜigung der J 
beamten an der EditionathUtigkat dieser Corporadonen. Denn Überall I 
ältere und jUngere Archivare einzelne der in dem provindalen Arbeitsprogi 
vorgeaohenen Publicationen selbständig übernommen, fast ausnalmiBlos 1 
hören die Vorsteher der Staatsarchive in den Piovinzen, an der ■ 
üniveraitätsprofessoren und anderer Gelehrter, den Voreländen der j 
Vereinigungen an, und in mehr als einem Falle ist dem Archiwoi 
Vorsitz und Tötung zugefallen. In Schlesien hat die Führung aof 
Felde der provinzialen Geschlclitgfoi'scliung durch drei GeueratioDen 
durch unbeetritten in der Hand der Leiter des Breiilauer Art^vs, 
Stenzel, Wattenbach, Grünhagen, gelegen. Was 1854 der damalige I 
der Staatsarcliive als wünsch enswerth bezeichnete, dass in den Are 
aucli über den Kreis ilirer unmittelbaren Amtspflichten hinans, immer I 
die. Begabung und Neigung bicIi entwickeln möge, „sicli gewissermu 
Hiatoriographen ihrer Provinz zu betrachten"'! — das ist an maassgi 
Stelle auch heute ein leitender Gesiclitspnnkt, wie der jetzige Herr T 
Präsident des Staats mmisteriums ea wiederholt JlffentUch ansgeaprocbei 
Wesentlich nntor diesem Gesichtspunkt ist trotz anf&ngUcher Bedenken,] 
sich aus der Verschiedenheit des Umfangs und der Geschäfte der ( 
Archive ergaben, durch das StaatshanaJialtungsgeselz von 1807 die I 
Stellung im Gehalt für sämmtliche Vorsteher der Provinzialhauptarchive dlj 
geführt worden, damit diese Beamten ihrem Institut erhalten bleiben kBi 

■ Versetzung niclit unterzogen zu werden brau dien. ■') 



'. Lanciiollc, die preussiachcn Provinzial-Archive und ihn' Zukimtt. 
1) Sowohl bei den CommiasionsberathungDU des IIau)>ea der Ab)^ 
' n den Plenareitiungen vom 13, Mära 1890 und IT. Märe 189!). 
3) Ich darf midi hier auf die Erklärungen beziehen, die ich als [ 
missar in der Sitzung de« Eaiises der Abgeorduetcu vom 28. Mira 1SH3 
rsthung des Etats der Staateardiive abzugeben hatte iSteniigraphisdicr BäT 
|190S): „So wQuschensweith es einprseita ist, dam die jon^eron l{eamteo,a 



Atn g^^wwiiligva Stand der oivhivaliBclioii ron>diiin^ in 

5, EreolilieeBiing der ni^htaUstlicheu Arubive. 
Die Frage iJer „Inventarisirung" oder ..Repertoriaimn^' der BestSode 
eh der nJchbitaatJichen Ardiive ist in den leteten Jahren in den Kreisen 
r ArchivAre und GeechidilsTorscLer lebli&Tl erSiiert worden. 

Die preuBsiBche AichivverwaltuDg hat die Wichtigkeit und Notjiwendig- 
it emscIilHgiger Maassnohmen nie verkannt. „Soweit inAgltoli,*' schnob 
9. V. Loucizolle im Jahre 1854, „sollen VerzeiclmiBse und — für wicL- 
6 Dflcumente — auch Aaszfl^ und AbscliiiFlen eolfher den Arcliivbezirk 
itr«tfeuder, historisch bedeutender jVrchivalien im PrnrinzialarcJiiv gesammelt 
m, welclie nicht Eigentlium des Staats, sondern Eigentlium von StSdten. 
dien, Stiftnngen, überhaupt von sogenaunten inoralischen oder jurietiBdien 
tonen itu Staat oder auch von PrivatperHonen sind, soweit die Mittbainng 
r Verzeichnisse, Auszüge und Abschriften duroli höhere Anordnung oder 
ek frtte Willigkwt der zanäclist Betheiligten erlangt werden kann."') 
IKe „fnetmction" für die Beamten der Staatsarchive in den Provinzen 
m 31. August 1867 bestiuinit in dieser Beziehung: „Von den Ärchivalien, 
dche im Besitz von Stüdten, Gi>rporationen, Stiftungen und Kirchen der 
ovinz sind, haben sich die Archivbeamten Kenntniss zu verschaffen, Ver- 
ohnisee derselben aufzustellen, und wenn U-gend mOgtich, Abschriften der- 
zu nehmen und den Archiven einzuverleiben." Aber nach Lage der 
Dge wird angestanden werden mttssen, dass wenigstens dej* letzte Punkt 
r Vorschrift, die Einsammlung von Abschriften, in irgend wie grosserem 
sitabe Überhaupt undurchführbar ist; auch wird sie bei der in Aussicht 
nommenen Revision der „Instruction" nngeeiclits der Massen bafligkeit des 
Beäe stehenden Materials so nicht wiederholt werden. Sehr wohl dnrcli- 



eintretenden HfiUsarbeiter und Asfflstent4.'n und in iMnem gewissen .Uaasse auch 
eben ctatsm3»>ig angestellten Archivare, eine Reihe von Archiven kennen lernen 
Intercase ihrer eigenen Ausbildung, so eribrderlicli ist ee auf der anderen Seite, 
I der Beamte, der einmal an die Spitze des Archivs getreten ist, dum Archiv 
bleibt, diese Stfitte als den Schauplatz seiner Lebensarbeit zu betrachten 
, . . Ueradc unter diesem Gesichtspunkt ist eine Katogorie bevorzugter Ar- 
■e bn vorigen Jahre vermehrt worden von 6 auf 12; die 6 grösseren Archive, 
(hudi den Etat für 180B/9T aus der Masse der übrigen Anstalten herausgenoni- 
t wurden, find auf 12 vermehrt, wodurch wir die Möglichkeit haben, die Beamten 
«Kategorie, die zu höheren Uclialtsbezngen aufgerückten Archiv votstcher, ihnnn 
Wirkungskreise dauernd, auf die Zeit ihres Lebens, zu eriialten." Die 
ive, deren Vorsteher zunBchst allein in die höhere Gehaltskategorie gesetzt wur- 
Wtrcn die zu Breslau, Cobienz, Düsseldorf, Hannover, KSntgsberg und Marburg; 
Magdebui^, Münster, Posen, Schleswig, Stettin, Wiesbaden, sodass 
die Staatsarchive zu Auricb, Osnabrück, Signiaringen und Wetzlar mit ihrem 
Sprengel von der Gleichstellung auBgeecldosscn bleiben. Die Di- 
der genannten 13 grösseren Archive steigen gleich den Geheimen Staats- 
IdvareD im Gehalt bis T20Q Mark (ausschliesslich dee Wohnuugagcld-ZuschnsBesJ, 
llbiigen etatamäswg angestellten Beamteu mit wissenschaftlicher Vorbildung 
6000 Hark (gleichfalls ausschlicestich des Wohnungsgeld-Zuschusses). 
1) ,J)io Preuasiechen Provlnzial-Arehive und ihre Zukunft'. Beriin 18M S. 3. i. 



Ri-inhoM Kiwev. 



Rbar an sicli ist dagegen die Forderung der Anlegung von Verzcidiai&sa;l" 
ilhereteigt anch diese Aufgabe noch die den Staabäarcliiven zur Vi'i1ii;:ullj 1 
Htehonden ÄrbeitakrSfte. Auüh kann ans dem Interesse, das der St:i > i ■ : I 
dinge daran liat, das aasserhalb seines Beeitzeä beflndUche arcliivalts< !u' \h I 
lerial zu überblicken, niemaU eine Verpflichtung des Staates abgeleitet wt-iTim, I 
[flr die Ordnung und InventaiiMning diesee fremden BeeitzUnuns einzutretcit I 
lu der Praxis ist die Archivverwaltung mit ihreu dieaem Gebiete n- I 
gewandten Bestrebungen biaher über vereinzelte Anläufe nicht hinaus gekommaL I 
Einer systematischen Einleitung und DurclifUlming der erforderlichen Muw I 
legeln haben als Hindemisse im Wege gestanden: ränmal die der An^A 
Verwaltung durch die VerhiUtniBse auferlegte NOthignng, die ArbeJtelcrAft i^^| 
Beamten sunäclist [Ur die Ordnung und Vei-zeichnung der eigenen BesÜ^^f 
einzusetzen, und daneben die Beechrünklheit dee staatlichen AufsichtsrHij^H 
den nichtstaatlidien Archiven gegenllber. Staatlicher Be&ufaichtigung n^^| 
stehen, kraft der Bestimmungen der Städteordnungen, nur die Staätutd^^l 
und hier ist in Fällen, wo eine Verwahrlosung des städtischen Beaitae^H 
Urkunden und Acten bei ungenügender Unterbringung und BehtltODg ^H 
bestreitbar vorlag, ein Eingriff der Staatsbehörde allerdings iciederliolt erf^^| 
Einer planvollen staatlichen Anordnung, die in die erstan Anfänge ^H 
durch den Fürsten Hai'denberg geschaffenen Ceniraliaation der preaB8ia^^| 
Archivverwaltung fällt, verdankt das Staatsardüv zu Breslau den Besits ^H 
^^^^egistem über eämmttiche 140 Stadtarchive der Provinz Schlesien'), zu d^^H 
^^Bpnk der Bemtlhungon des derzeitigen Vorstehers, genaue VerzeiehniaBe ^^M 
^^Hps alten GerichtshOcIier (etwa 5000) der einzelnen Städte und DOrfer^H 
^^^^Kten sind. Sehr häufig haben Stadtgemeinden sich entschlossen, ihn^H 
die laufende Verwaltung entbehrlichen Acten durdi Vertrag emem StaataAi^^| 
in Verwahrsam zu geben. Nocli in den letzten Jaliren haben in Pomi^^l 
imd in Hannover eme Anzahl Städte, denen andere früher da wie dort VY^^| 
gegangen waren, die älteren Bestandtheile ihrer Archive an dos Staatm^^l 
überführen lassen; am häufigsten aber ist eine derartige Abkunft in ^^| 
l'ro>-inz Posen getroffen wordeu: das dortige Staatsarchiv bewahrt in B«i^H 
Bäumen zur Zeit an die hundert grossere oder kleinere etädtisclie I>«^^| 
«lamnter als das umfangreichste und werthvollste das Arduv der Stadt P^H 
Der mit dieser Stadt abgeschlossene Niederlegungsverti'ag hat dann wied^^H 
zum Vorbild fUr das jetzt eben mit der Stadt Danzig getroffene Abkon^H 
gedient, nach welcliem das bishei' im Rathhause aufbewalirte Stodta^^l 
unter die Verwaltung des neu zu begründenden Staatsarchivs fttr WesqirBi^H 
übergehen wird. Ueberhaupt aber fehlen keinem unserer Stadtarchive ai^^| 
„Deposita". ^H 

DasB der Vorgang seme Kehrseite bat, dass in den Fällen, wo dt^H 
deponirendeu ArchivaJjen sich mnem Ortswechsel unt^werfen müaaen, ^H 

1) l§3t bertits von HS Stadtarchiven: aufgezählt bei Steazcl. Nachricht ^H 
das KfinigUcli Schleusche Provinzialarchiv. Breslau ISül. ^. 6, ^H 



TTebb' doli ^'gfuwSrUgen Stand di^r iLruIiivalisvheii Forachung in PrcuaHen. 23 

uBetflnile anveraieidlicli sind, die jflngst von berafener Seite mit beredteu 
l^orten gesdiildert worden sind'), das iat nicht in Abrede zu stellen. Aber 
i Erfahnmg liat doch gelehrt, daae nur allzu oft diese litterarischen Zeu^- 
ee der Vw^'anuenlieil an den Stätten, wo aie entstanden sind oder zuerst 
odcrgelegt rnirden, unverineidÜcliem Verderben ausgesetzt sein würden: 
leweis dei' Zustand, in welchem manclie dieser noeli in letzter Stunde ge- 
i Depoaita, dnrcli Feuchtiglieit, Moder, Wui-m- und MäuseFrasa bereite 
c angegriffen, bei deu Staatsarchiven anliefen. In einer hessischen Stadt 
>UleD 1892 die auf dem Boden des Rathhauscs lagernden Acteiimnfisen 
Kentlich zum Einstampfen versteigert werden ; eine vcm Staatswegen an- 
ordnete Prüfung dieser schon znr Vemichtuiig bestimmten Bestände durcli 
lue» Beamten des Marburger Staatsajchivs ergab, dass darunter neben älteren, 
■ die Stadt unmittelbar wichtigen Pergamenturlcunden auch die historisch 
wertlivollen alten Stadtgerichts- nnd HaÜiaprotokoUe sich befanden. Und wie 
vide stSdtische und sonstige niclitatastlicbe Archive sind niclit scliun l)ei 
Fenersbmnst zu (irunde gegangen. 

Wo bei einer Stadtverwaltung Mittel und Neigung vorhanden waren, 
fttr <iie Ordnung und Verzeichnung des Stailtarcliiva zu sollen, Jiat die Ai'chiv- 
waltong nocIi immer ihre Hand zur HlÜfe geboten, sei es durch Beui- 
ubnng eines ilirer Beamteji zum Zwecke der erforderlichen Ordnungsarbeiten, 
i es durch Nachweiflung eines anderweiten gedgnelen SaclivorstÄndigen, wie 
tiea in jflngster Zeit auf Antrag \'on Hanau, MühUiausen und Prenzlau ge- 
uhehen und deu StMdten Wüster in Scideswig-Holstein und Fulda in Aussicht 
«stellt worden ist. Die Zahl der [ireuBsischen Städte, die wie Berhu, Breslau. 
Erfurt, Frankfurt u. M., Köb. Magdeburg, Trier in der Lage sind, einen feet- 
asgestellten Archivar im Hauptamte zu unterhalten, ist wie bekannt zur Zeit 
aodi eme Ubei'aus kleine. 

Erknndigungsreisen dei' Aichivare uinerhalb ilues Ardiivspreugels haben 
«tf Veranlassung des Archivdirectoriums dann und wann stattgefunden, wäli- 
f rend der letzten drei Jahre in grösserem Umfang in den I'i-ovinzeu Hannover. 
Pommern^), Posen, Sachsen und Schlesien. Auf diesem Wege hat die Archiv 
iFerwaltung alhuilblich ein nicht unbeträchtliche Mateiial gesammelt. Immerhin 
kber gewährten die Bericlite über diese Reisen nur eine allgemeine Orien- 



1) Vgl. die Ausführungen Jos Directors de» f^trassburger BezirksarcJiivti. 
- Wiegand, in dem überaus beaclitenswertlieii und reichhaltigen Vortrag: „Bezlrks- 
d Gemeinde-Archive bi ElBasa", Sti'assburg 1S9S, S. 28: ,43io Ortsgesohichtc. 
3 Xiocalforschung, eben die Studien, welche die zahlreichen Geachichtsfreundo iju 
lode pflegen, ans deren Furclien doch auch der Wissenschaft manch frachtbringeu- 
B Kom erwachsen ist, laufen Gefahr, bei dieser Verpflanzung der Arcliivalien 
s deni heimischen Boden heraus x\i verdorren" u. i. w. 

2) Vgl. Austeld, das Stadtarchiv von Mühlbausen, Mühlbäuser Aiizeigtr 
t&. Januar 18'ja, Nr. 21. E. Ueydenteicb, Archivwceen luid Geschichtewisscnschafr, 

Marburg 1000. 8. IV-XVI. 

31 Ueber die Ergobuisso einer frOhei-en Besichtigung der pommereclien Stadi- 
srchive vgl. Baltische Monatsschrift XXXÜ, S. T3~9». 



24 



R^hdd Koser, 



diiuig Über die ^Osseren SamiDlungen, wälu-enü ilns platle I>aDi1, die auf % 
(iutshöfeii, bei den Dorfgemeinden, in den Ifiuren vorbandcnen BefltSnd» 
nur gaDZ auenalimswäse von den bieberigen Erhebungen etreiclit wonlen sind. 

Naoli Lage der Dinge wird sipb ein befriedigendes, irgendwie abanblie&- 
Hendes Ei'gebnias nur erhoffen lassen, wenn aucli auf diesem Gebiete, wie im 
Bereiche derQuellenpnbiicationen zur Tenitorialgescbicbte, die Selbstlilllfe der 
NKchstbetheiligten, der Provinzialvei-waltungen und der wiesenadiaftlicben Va^ 
bände in den Rovinzen, ajateraatiacli einaetzl.') Und in dieser lUcLtung ist 
seitens zweier l^vinzen iu jüngster Zeit berdts ein verheifisungsvoller Anfang 
gemacht worden. 

Vorangegangen waren zwei sfiddeutsclie Staaten.-) Im GrosslierzogthiUD 
linden sind anf Anregung nnd unter Mitwirkung dei' dortigen „Historisdien 
Commission" und untor den Anspielen der Staats- nnd Kirchen behördcn die 
Hezirlwämter mit „l'flegern" besetzt worden, deneu es obliegt, Erbebungen 
über den vorliandenen Vorratb an Archiven, Registraturen und privaten Aeten- 
saranilungen anzustellen, für ihre gesiclierte Verwahrung und weiter fllr ihn 
ItepertoriBimng Sorge zu tragen. ''J In ahnlicher Weise wird der wQrttea- 
bergischen Commission für Land esgeed lichte im § ti ihres Statuts vom 23. JoK 
ISSJl die Aufgabe zugewiesen, „gemeinscliaftlich mit der K6nigl. Ai'cl>ivdir««tioi) 
in allen Landestl teilen Ifleger zu bestellen, welche die im Besitz von Oe- 
uiemden, Corporaljonen und Privaten befindhchen Arclüve und Uegistraturan 
durchforsdien, ordnen und ihren Inhalt verzeiclmen, femer in Verbindung mit 
der Kitnigl, Ai-diivdlrectlon geeignete Kräfte aus ihrer Mitte anfsustellen, 
welche die Arbeit der Pfleger kreisweise zu leiten und zu Überwaclien haben ; 
endlicti von den geordneten und verzeiclineten ArchivaUen diejenigen, wetofae 
sidi zur VerJtffentliohung eignen, in den Mittbeilungen der Commission znr 
öffentlichen Kenntniss zu bringen." 

Indem nun im Jahre 1S95 die lUieinische (.leseliiclitsgesell schaff den Be- 
schlusa fasste, zunächst für die Zwecke ihrer allgemeinen Pnblieationen (Wda- 
thltmer, Urbare, ei'zbiscliöfhciie Regesten und ülteste Urkunden) Ertiebungen 
über die in der Provinz zemti-eutfl geachiditliche üeherlieferung zu renu- 



t) Dnrchaus in diesem üione haben uch die Generalversammlungen des Qfr- 
aainmn'oroins der deutschen Gcechichte- und Alterthnms-Vcreine'' wiederholt ndt 
dieser Frage beschäftigt; vgl. die Pi-otokoUe der Veraammlmigen zu Worms |IS83), 
Dürkheim (1887), Mflnstor (1898) und Strassburg il69fl). 

2) In Tirol, Vorarlberg, Oberösterreicli und Steiermark Ist die Invcntaiieatioii 
der kleineren Archive gleichfalls iu Angriff genommco , in Tirol schon sehr w^ 
gefördert worden. 

3) Vgl. die ,Jbstniction für die Pfleger zur Durchforechung, Ordnung imd Ver- 
isdchnung der Archive der Gemeinden, Stiftungen, Corporationcn und Privaten dw 
Badischen I<andee", in den ,^ittheilungen der Badisclien historischen Commission", 
Nr. !9, S. 4Gff. EbendasolbBt die von den obersten Staats- imd Eirchcnbchörden 
zur Förderung dieser Bestrebungen erlassenen Verfügungen. Schon in dieser Nr. 3 
der „Mittlieilungen" begann die seitdem fortgesetzte uud fast abgcuchlossene Ver- 
offen tlichung iler autgenommenen InveutAre. 



TJeher ätn gegenwärtigen Stiin<I der archivali sehen Forapliung In PreiiBsen. 26 

n, entBcliied sie sicli dafUr, nicht nach dem badiscben und wUrttembergi- 
1 Vorbilde die Mitwirkung zahlreicher örtliclier Organe in Anspruch zu 
len, sondern iu Gemeinsclinft mit dem „HistoriBclen Verein für den 
(Üederrhein" die Bereisung der kleineren Ari^ive der Rhein prtivinz etneiii 
Inen, ausachlieealich für diese Aufgabe gewonnenen Forseher, Dr. Ä. Tille, 
i fiberlragen. Die bisherigen Ergebniase der im Juli 1S95 begonnenen Auf- 
nahmeo liugeu, soweit die Landkrdae in Betraclit kommen, unter dem Titel 
fUeberaicht über den Inhalt der kleineren Archive der Rfaein- 
jirovinz" in vier Ueflen vor. in denen IH Kreise (der ganie Regienmgs- 
: Köln und Theile der Regierungsbezirke Coblenz und Dflsaeldorf) er- 
ledigt Bind ; ffir eine Anzald niederrhoinischer Stildte sind entsprechende Ueber- 
■iohlen in den „Annalen" des Historischen Vereins für den Niederrhein 
veröffentlicht worden. Den einschlägigen Arbeiten ist seitens der staatlichen 
1 kirclilichen Behördeu, der städtisclien Magistrate und der Privatbesitzer 
{■lurcbweg die erfrenlichste Förderung zu Tlieil geworden. 

Während die reiclien in der Klieinprovinz verfügbaren Mittel diesem 
[oTentarisatioDsuntemehmen eine Stantsuntei-sttltzung entbehrlicli machten, wnrde 
Westfalen gleicligenchteten Bestrebungen ein Erfolg dadurch gesichert, 
s der dortigen historischen Commission eine Untei-etUtzung aus dem Centrat- 
tonde der Archiwerwaltung gewährt wenien konnte. Das soeben ausgegebene 
^ Heft der Publication „Inveutai'e der nictitstoatlichen Arcliive der Provinz 
Westfalen" berichtet, bearbeitet von L. Sclimitz, Über die niclitstaatliehen Ar- 
hire des Kreises Ahaus. Abweicliend von dem in der Rlieinprovinz eingc- 
cblagenen Wege, gedenkt man in Westfalen die Arbeit zu Iheilen und sie 
1 den einzelnen Landschaften des Landes verschiedenen , uaeh Vorbildnng, 
Wohnsitz und SteUung besondere geeigneten Persönlichkeiten zu überweisen — 
en Verfahren, das sich mit dem süddeutschen „Pfleger"- System berttlirt. Schon 
aus den Kieisen der Qeistliehen und der Lehrer Mitarbeiter an- 
geboten. Dem Missstand, dass bei diesem Zusammenwirken Vieler die Ar- 
lieiten m'cht hinreichend einheillieb ausfallen könnten, sucht die Commiasiou 
'dnroh eine eingehende „Anweisung zur Fertigung der Inhaltsangaben (Re- 
ge&ten) von Urkunden" zu begegnen. 

Die Hoffnung scheint begründet, dass lUe wissen sdiattlichen Vereinigungen 
der Rlieinprovinz und Westfalens mit ihrem so überaus dankenswertheu Vor- 
f^hen nicht vereinzelt bleiben werden. Als Anfang der entapreiienden Ar- 
t«t für die Provinz Hannover hat der Director des Staatsarchivs zu 
Bannaver, R. Döbner, die Urkunden der Städte Wunstorf nnd Gronau repertori- 
Birt.') Die „Historische Commission für Naaaan"' hat die Nachforschungen 
nach dem noch im Lande beflndltchen zerstreuten (Jnellenmaterial ausdrUck- 
Bdi als eine ihrer H au plaiif gaben bezeichnet und gedenkt dem Vernehmen 
iiRch zonächst im Kreise Wiesbaden die emsddägigen Arbeiten einzuleiten. 
Auch der „Verein für Geschichte der Mark Krandenburg" sieht in seinem 

1) Zeitschrift des HistortPclieu Vereins für Nicdersachfleii 1&9a, S. HHff. 



96 Reinholi] Knser, 

erweiterten Arbeitspi-ogranmi eine Verzeichnung der ,,bei kleiueren Beliörd 
uud Corporalioiien oder im Privatbesitz zeratreutcn Ärchivalien" vor und fa 
mit einer Enquete über die Kirclienbücher einen Anfang geinaclit. In Sachae 
ist anf der letzten Jaliree Versammlung der dortigen „Hiatoiischen CommiBUonl 
diese Angelegenheit dureli den Director des Msgdebnrgere StAatBarchif 
Dr. Alisfeld zur Sprache gebi-acht wonlen. Endlicli ist in Schlesien ax 
«ine aus den w-isaenschaftUclien Kreisen der Pro\'mz an das Directoriom äi 
Staatsarchive herangetretene Anregung, im vergangenen Herbst « 
Kreis dui'cb einen der Beamten des Breslauer Staatsarchivs bereist wordsB 
um für den Plan einer Inventarisa tion der nichtstaatlichen Sammlungen d 
Anhaltspunkte zu gewinnen. 

Soviel haben die bisher gewimnenen Ei-falirnngen bereits gezeigt, dt 
eü verfehlt sein würde, die Lösung einer in allen Provinzen gldclimäflsig { 
stellten arcbivaltBclien Aufgabe überall nach der gleichen Schablone a 
suchen. Das anzuschlagende Verfahren wird sich den öilliehen Vora 
ungen und Bedingungen anzupassen haben. Wenn in der Provinz adbat C 
Bedeutung der Aufgabe gewürdigt und das eigne Interesse daran b 
wird und wenn der Boden überhaupt genügend vorbereitet ersclieint, wird i 
Archivverwaltung zu einem Zuscimss zu den Kosten im Bedttrtnissfall m 

»Mauflsgabe ihrer gerade i'erfügburen Mittel bereit sein. 
m 
Dem Äußicliwung, den die historischen Forschungen in allen 
tiieilen genommen haben, und den erhöhten .Anforderungen, die jetzt am 
aui dem Gebiete dei- früher, oft niclit ohne Orund, als diletlantiscli verrufeni 
l-ycalforschung au die Wissenschaftlichkolt der Arbeit gestellt worden, e 
spriclit die stetige Zunalime der Zaid derer, welclie sicli in den Staataarchii 
zu wissenscliaftlichen Zwecken als Besncher und Benutzer einfinden, thöla 
Auftrage der gelehrten Körperschaften und Vereinigungen, theüs aus dj 
Antrieb and für selbstgestellte Aufgaben. 

Die Listen Über die Benutzung der Staatsardiive werden in der We 
geführt, dass einmal amtliche und auaseramtliclie Benutzungen, und w^ter < 
Fälle der Einaichtnaliine in die Ärchivalien durcli die Benutzer an Ort n 
Stelle („persöühche Benutzungen"), und die Fälle der Erledigung eines Geani 
sclu-iftliehem Wege, dui'cb üebcrsendung von Acten oder Bescheid« 
itersdiieden werden. 

Als amtlidi gilt „eine jede Benutzung, welche von den Organ&a 
Ltsverwaltuiig ausgeht und durch das dienstliche Interesse derselben 
ist." Zu diesen Organen werden gezählt ,,uichl allein diu unmittelbaren Sti 
behCrden und die wissensdiaftliclien Staatsinstitnte, sondern auch die Orj 
Sei bst>'6r waltung, die Ma^trate, die Gemeinde- und Kirclien vorstände." 
> l) Circular-VerfriKunK an die Staatsarchive vom B. April iSso. 



Umfang und Bedingungen der Benutzung der Staataarchi 
zu Forschungszwecfcen. 



Meu* 

K 



Deber den gogeuwSitige» Stand der areliivalisdien Forschung in Proiiaaen. 27 

Ziir KeQDzeichiiung des Umfaugs tier pereünliülien Uettutzungen ist vor- 
geadiri«!)«!. dass in deu Listen die Dauer der einzelnen Benutzung nadj 
an gelben wird. 

An der Uand der Listen ergiebt sich füi' den GesuliMtbetrieb in sJUnnit- 
Keben [irenssiaobeD Staataarcbiven seit läSO (dem ersten Jahre, in welclieni 
die liaten naob der jetzigen Einrichtung gefühlt wurden) folgendes Bild; 







Privatbei 


ntznngen 






Ealeader- 








Arbeitstage 


Amtliehe 


Jdir 


0«sunmt> 
null 


Schriftlich 
eriedigte 


PeraötUiclio 


der peraön- 

licUen Be- 

Dutzer 




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1875 


12110 


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889S 


649 


1894 


IHOl) 


12111 


681 


888a 


887 


1696 


1S5Ü 


1271 


60U 


7905 


756 


18% 


19!IM 


1322 


677 


93S1 


798 


18ST 


2091 


1370 


721 


11350 


898 


1898 


2254 


1455 


7im 


10975 


829 


1899 


24Sft 


len 


871) 


UBOB 


S!»S 



Der KntritI zu den Staataarchit-en wird unter folgenden Bedingungen 
eestatteL 

Deutsche Iteiohsangehörige liabeii ihre Geauclie uiri Zulassung zur Be- 
nutzung des Gehdmen Staatsarctiivs in BerUn unter Angabe dea tiegenatandes 
itl des Zweckes der Forsdiung an daa Directorinin zn richten. 

Was die Benutzung der Staatsarchive in den Pioviazen anbetrifft, so 
: laut Erlaaa de« Herrn Präsidenten des StaatBminiatei-inins vnni 27. Januar 
IS9S') (in Abänderung der Instruction vom 31. August ISß7) der Archiv- 
votateher, bezw. Staataarchiiar ermächtigt worden, Reiclis&ngehSrigen, welche in 
Ardiivalien aus älterer Zeit bis einschliesslich 17O0 zu wisaenachaftliohen 
Zwecken Einsicht xn nehmen wünschen, die Erlaubniss luitei' den reglements- 
mjbatgen Bedingungen selbständig zu ertheüen; in allen anderen Fällen ist 
das Geauuli an den Oberjirilaident^n der betreffenden IVorinz oder an das 
Üirectoriuni der Staatsarchive zu richten. Daß letztere wird zur Abkürzung des 
Verfahrens immer dann anzugehen sein, wenn ein Foredier die B«fltände 
mehrerer oder sämmtlicher preussischer Staataarclnve für die Zwecke seinei- 
Studien zu Ratlie zu ziehen bcabsiditigt. 

lieber die Gesuche von Ausländern (im Gegensalz zu deutschen Reichs- 
augehörigen) eutschddet auf den Vortrag des Generaldirectors der Herr 
Prfcident des StaataministeriumB. Eine Empfelilung des Gesudistellera durdi 
die diplomatische Vertretung seines Ileiinathstaates ist dabei kein unbedingt«» 



1) Rdchsauzdgcr vom 1. MSr 
Verwaltung, ISes. S. 39. 4«J. 



Ministerialblan fQi' die i 



38 IM&hoM Koser. 

Erforikmise; vielinehr werden nach der gelteodeu Uebnng audi ohne fl 
Etnpfeblung die Gennche von auslSjidi§c)ien Geehrten durch das Directointt 1 
der StaalBarcliive, bezw. die Vorsteher der Staatsarchive b den Provinzen, ent- 
gegen genommen and an der vorgeordneten Stelle zur Entsclieidung vorgelegt 

Wer für genealog^clie Studien oder andere familiengeschichtliche Zwecke 
l'erBonaln&chricliten zu sumnieln wünscht, bedarf dazu, soweit es sich nicht 
um seine eigne VerwajiUlacliaft handelt, einer Ermächtigung seitens der m 
Frage kommenden Familie oder eines ihrei- Vertreter. Studenten und Caa- 
<Iidafeo, die ftlr die Anfertigung äner Inauguraldissertation oder J^üfunga- 
arbeit archivalisclies Material zu ver^erthen wünsclien, haben das Zeugnüa 
eines akademisclien Leliiere darüber bdznbringen, das« sie Ellr die ^issoi- 
schaitliche Lösung einer arcliivalischen Aufgabe hlnreicLend vorbereitet er- 
selieinen. 

Nach erdieüler Erlaubniea Findet die Benutzung der Archivalien der Regel 
nach an Ort und Stelle im Arehivgebilnde statt, Versendung von Urkunden 
und Acten nach ausserhalb kann gestattet worden, wenn der äussere Zustand 
der Schrifstetllcke kein Bedenken entgegenstellt und der Benutzer den Revers 
einer Staats- oder Communalbehörde vorlegt, worin diese fenereicliere Anf- 
liewahmng der Sendung in ihien DienstrRumen susagt und BiSrgscliaft gegen 
jede Beschädigung übernimmt. 

Die ehemals vorgeschriebene VerpfUchtung zur Vorlegung der den Ur- 
kunden und Acten entnommenen Excerpte und Abschriften behufs Prüfnng 
durch die Behörde ist durch Brlass vom 9. Jan aar 1876 aufgehoben worden. 
Doch haben nach demselben Erlass die Benutzer diejenigen SehriftstQcke, von 
denen sie eine voUstilndige nnd wörtliche (also auf sämrotJicJie Curialien n. b. w. 
sidi erstreckende) Abschrift au nehmen wünschen, den Beamten vorher zn be- 
zeichnen — eine Beetimmung, die eine tljatsächliche Beschränkung der Be- 
nutzer nicht in sich schlieast. 

Anfragen, ob ein Staateaicliiv Über einen bestimmten, näher bezeichneten 
Gegenstand historisehes Material enthalte, ist der Vorsteher sowohl RdohB- 
angehörigen wie Ausländem gegenüber berechtigt, nach Loge iles Materials 
olme Weitei'es zu beantworten, sofern nicht Beziehungen auf das königliche 
Haua oder den Staat oder kirchlich-politische Verhältnisse dabei in Frage kom- 
men, welche ihm eine vorlicrige Verständigung mit der vorgesetzten B^Arda 
gei-athen erscheinen lassen. 

Dieselbe Ermächtigung t^Jt Für die Ertheilung von Auskünften aber 
Wappen und Siegel, über Standes-, Verwand tsehafts- und BesitzverhältaiaBe 
einzelner Familien nnd I'ersonen und sonstige bestimmte historisclie l<Vagen. 

Benutzung von AreJiivalien zn Pro cessz wecken durch Privati)ersonen soll 
nacli einer Verfügung des Staatsministeriums vom 31. October Iä45<] dtf 
Regel nacli nur auf ein £ditionsdecret des zuständigen fiericlits stattfinden. 

Einucht in die Repeitorien der Staatsarchive kann nach einer Verfügung 

1) Ministerialblatt für die innere Vertt'altiing. Jahrgang 1845. S. 334. 



Pobor (IcD gegonwOrti^vn Stand ilor arctiivaliEchen Poraohnng in PreaBsen. 29 

im 27. Jaoaar IStlS 'J soweit gesinttet werden, nis es sich nicht um die 
VoraeichniMe der Acten liesteiiendpr BeliArden handelt. 

Geber die Ueeiclitspnnklc, onter deueu m den Anriingen der Uegiei'uiig 
König Wilhelms I. die bix dahin inaawigebendeii Anschauungen Dlier die Oeff- 
gilDg d«r Stantftarctiive zu wisstmacliaftüchcn Zwecken einer frueren Uebung 
wicheB . tidissl es in einer Deiütschrift von Heinrich v. Sybel aus dem Jahre 
1S77: „Fürst von Uismiirck war ts, der mit zutreffendem Soliarf§inn den 
8&tz ausapracii, daas ea auch in politischer Beziehung ein Schade und eine 
Gefahr sd, wenn die Nation dos Oeflilil der Verbindung mit ihrer lÜBtüiischen 
Vergangenheit verliere^ und dofis dieees GefüLiI nur durch eine aus den autlien- 

sn Quelle-n scböpfende Oescliichtsaclireibung in friscliem Leben erhalten 
Verden könne. Hiernach wurde, ohne die Möglichkeit einer Controle aas der 
Band zu geben, der lüstorischen Forscliung ein breiter Zugang zu dem archi- 
raÜfidien Material bis tief in das neunzehnte .lolirhundert hinein eröffnet" 

Das Jalir 1S40, der Repeningsantritt König FVie<lridi Wilhelms IV., 
bildet fOr dart Geheime Staatsarchiv zu Berlin insofern ein Normaljahr, als 
e lueh dicecm Zeitpunkt erwachsenen Acten der wissenacliaftlichen Forsolrnng 
hklier nor in Ausn ahm ef Edlen, and nicht ohne ausdrückliche Gonebmigung 
dnrcfa das IVilaidium des Slontsministeriums, zugänglicli gemacht ^'orden ximt. 



Die Archi^Terwaltung würde <loii durcli ihre zahlreichen GSste, die av>- 
sbiehtsforscher, erhobenen sein- beträchtlichen Ansprüchen niclit genügen 
können, ohne die von Zeit zu Zeit eingetretene ^'^erstJtrkung <Jes Beamten^ 
b«etandes. 

Die Zahl der wisse nachafti ich vorgebildeten Itejimtnn der Ktn.'il8nrchi\ <■ 
betrag: 

1854 21 

1875 * . . 43 

1896 59 

1900^) 71 

allniählielic VeiTnelii'ung der lieamlonziihl wiederum wui-de nur ernin^' 
durcli entsprechende Verbesserung der finanziellen l-age der Arcldvo, 
Joe Verbesserung, die zugleich auch der Ausstattnng der einzelnem Arelitve 
dt BOdieni und sonstigen wiBaenachattlicben Hülfsmitteln, der Deckung dur 
iDreaabedtirfnissc und der Förderung der Qu eilen veröffenüicimngon zu Gute 
[dkommen ist. Der Ausgabe-Etat der Archivverwaltung betrug: 



n 311. Auglist 1S67 ausgespro- 



1) Unter Auflicbung dee in der InstnicUor 
ehonm Verbotes. 

S| In Prankreich nnd in Ücetcrreich gilt ISSO als die Zoitgrenic, Über die 
^^ nana die Gehoim-Archivc nicht geöffnet werden, für iJas Public Hecord Office iii 
liUndon liegt diese ZeitgrenzL- noch weiter zarüi'k. 
3) Vgl. Aiiliige II. 



30 Koser, Ueber den gegenwärtigen Stand der archivalischen Forschung in Preussen. 

1852 45,375 Mark (15,125 Mark) 

1868 108,075 „ 

1875 217,500 „ 

1877 276,280 „ 

1896 387,493 „ 

1900 487,667 „ 

wozu in dem Entwurf des Staatshaushalts-Etats für 1900 noch ein Exti*a- 
ordinarium von 473,187 Mark für Neu- bezw. Erweiterungsbauten (in Danzig, 
Düsseldorf, Magdeburg, Posen und Stettin) tritt 



Anlagen. 

I. Die Tbätigkeit der Freussischen StsatsarchiTe 
im Jahre 1899.') 

Wählern! lies Jalirea ISDü lialieii in lieii prenasischeD Staats- AreKi von 
i amtliche und 2435 auBswamÜiehe Benutzungen stattgefunden. Letztere 
tzen eich zusammen aus S74 Benutzun^n. welche durch die Benutzer persSn- 
ich M Ort und SteDe erfolgt sind, und IRIl, welclie durch die Archivbe- 
mten anf schriftlichem Wege durch Uehereenduns von Acten. Bescheiden 
I Berichten ilire Erledigung gefunden haben. Im Ganzen benutzten die 
Arcliive 2047 Privatperaonen, die Geeammtzahl der Arbeitstage aller persön- 
icben Benutzer betrug liOOfi. 

Die entspredienden Zahlen de« VorjahrGH waren 820 amtliche, 2254 ausser- 
mtiicfae, 79!l persSnliche Benutzungen nnd 1455 schriftliche Berichte undBc- 
Bbeide, 1974 IVivatperaonen und 10975 Arbeitstage, 

Die auf Veranlassung und mit Unterstützung der Arcliiwerwaltung im 
'erläge von S, Hirzel in I^eipzig eracJiein enden „Publicationen aus den Preunai- 
D Staats- Archiven" änd im Jahre 1S99 «m 2 RJlnde weitergefülirt worden. 
Es sind erschienen: 

Band 73. Wyss und Reimer: .,He8siBehe8 Urknndcnbuch. 1. Ab- 
Urknndenbucli der Dentüchordensballet Hessen. 3. Band I3G0/99. 



Band 74. KOntzel nnd Volz; „Preussisclie und Oesterreicliisclie Acten 
rar Vorgescliichte des siebenjährigen Krieges." 

Von dem Werke ,^untiaturbcriclite anR Deutschland 1533/59 nebst er- 
jSoxenden ActenstUcken" ist erschienen Band 9 der ersten Abtheilung, bearbeitet 
■on W. Friedenshurg und enthaltend ,,Die Nuntiatur des Verallo 1546 
lis 1647." 

Von der durch das Königlicli preuesische historische Institut in Rom her- 
insgegebenen Zeitschrift „Quellen und Forschungen ans italienischen Archiven 
mä Bibliotheken" (Verlag von E, Loescher & Comp, in Rom) ist in diesem 
ahre Heft 2 lies zweiten Bandes und lieft I des dritten Bandes erscliicnen. 

An anderen Arbeiten von Archivbeamten liegen ans dem Jahre 1S99 vor: 

Aaafeld: ^ctenstUcke zur Geschichte der Reformation in Halle" in 

I| Ana dem jj^entachen Reichs- und Kiinigl. rreuNsiwhen Staatsanzeiger" vom 
'. Fcbrnar innn. 



32 



Anlage I. 



den Magdebnrgei' GescliictititblStteni, Band 34. — ,^dministratoi' Joachim ^ 
rieb nnd daa Diimkapitel in Magdeburg Ober den Sti'assbnrger Kapite 
im Eorrespondeazblatt des GeaammtvereiDs der deutseben Gatchichtsveremen 
Dar: „OsDabriicker Urknndenbacb'', Band 3 Heft 2, 3. OsnabrQck | 

— ,^er Pieeberg vor hundert .labren." „Wann starb Bischof Haider 
OenabrltckV" m den Mittheiinngen des Vereins fflr Geectüchte, Band S 

ßailleu: „Königin Luise in 'filsif' in dem HoheazoUernJahrboch l 

— ^Eigenhändige Relation König Friedricli >\i]helmB III. über die Sei 
von Aneratedt^' in der Dcutsolien Rundactian, Dezember 18Ü9. — „Goethe 
Karl August und die ungarische KCnigskrone" im Goethe-Jabrbucb, Band 20. 

— „Caulainconrt, n6giiciateur de rarmistice cn 1813", in den Annales inter- 
nationales d'lüstoire. 

Doebner: Urkunden bucli der Stadt HUdeaheim Thdl T. Hildeeheim, 
Gerstenberg'ache BuchliandJung 1SB9. — „Hildes heimische Sj'noilalstatntea 
des 1 5. Jahrhunderte." — „Statuten der Stadt Mttnden vom Jahre 1467." 

— „Urkunden- Repertorinro der Stadt IVunatorf." ^ „Urkunden- HepertorittHi 
der Stadt Gronau" in der Zeitschrift Aes historischen Vereins fOr Niedersachsen. 
1890. „Zwei ungedruckte Briefe Winckelmann's 17ß7" in den Neuen Jahr- 
bttcliem für das olassische Altertbum. 

von Domarus: Hecension nebat Berichtigungen und Ergänzongen 
zu Eubel, „Hierarchia catlioüca medü aevi" im HiatoriBohen Jahrbuch der Görrefr 
geaellflclinft, Band 19. — „l>ie italienischen Universitäten der Gegenwart", in 
der Acodemia, Jalirgang ISUU, Nr. 1. 

Ehrenberg: „Die Konaissancc^ Denkmäler in Jever" im Repertorium fttr 
KuDstwisaenacliaft. 1899. - — .,Em6 Friihlingsfabrt nach den Abruzzen nnd 
nach Apulien"' in den „Gronzboten". — „Castel del Monte" in der „Kunetcbronik.*' 

Forst: „Die Spanier am Rhein im dreisaigjälirigen Kriege" in der West- 
deutschen Zeitschrift für Geschichte nnd Kunst. Jahrgang 18. — „Pttivl 
Johann I. von Hohenzoilem-Sigraaringen nnd Biscliof Franz Willielm von 
Osnabrück" in den Mittlieilungen des Vereins für Geacliielite und -UtcTthunifl- 
knnde in Hohenzollem, Jahrgang 32. — „Der Reichßkrieg gegen die Türken 
im Jahre 1664" in den deutschen Geschichtsblättem, Band 1, 

Friedlaender: „Blücher'a Auetiitl aua dem Heere" in den Forschungen 
zur brandeuburgisch-preussischen Geschichte, Band 12. 

GrQnhagen: „Schlesiaclie Beziehungen aur Oanner'schen Justizrefonn 
nnd der Entstellung des i^audreclita." — „Schlesien im Jahre 1797. Beriollt 
des Ministers Grafen von Hoyin" in der Zeitschrift für Geschichte und Alter- 
thum Schlesiens, Band 33. 

Earless: „Zeugenaussagen, betreffend die reformirten Gemeinden der 
Klassen Solingen und Elberfeld vor und nach 1609" in der Zeitschrift des 
Bergiechen Geschichtsvereins, Band 34. 

Hegert: „Der Forellenfang in Eberawaldo" in den Mittlieilungen des 
FiscIierei-VerwnB für die Provinz Brandenburg. 1899. Heft 4. 

Heinemanii: „Namen- und .Sachregister zur Zeiisehrift der liistnrischen 



Anlage I. 




GeMÜschaft für die FrovinE Posen." ^ „Die Vermahlung Andreas Czarnkowaki'B 
mh Anna Maria Laldska, Gräfin von Labiactiin 1581." — „Dae BegiähuisH 
Stauislane Latalsld'a, Grafen von I^biachin, imJ seiner Tochter Maria Anna 
(?zanikow9ka. 1599." — „IJie BOndnisse zwisclien Polen und Pommern 
Ton 1348 und UÜ6" in der Zeitselirift der historischen Gesellecliaft flli- die 
Provinz Poaen, Band 14. — „Dia Editio princepa der Biographien des Bischöfe 
Ott« !. von Bamberg" im Centralblatt fOr Bibliothekswesen. IS99. — „Die 
Kaiserlichen I^insurkunden für die IleizSge von Pommern" in den Baltischen 
b Studien, N. F. 3. 

^P Hoogevreg: „Bischof Conrad II. von Hildesheim als lieichafürat" in der 
^f Zeltschfif I des historisdien Vereins für i4iei1ert<achBen. 

r Joachim: .Johann Friedlich von Domhanlt. Ein Beitrag zur Geschichte 

I Osl- und Westpreussen unter JViedrieh dem Grossen." Berlin. A. Aacher & Cie. 

I Keller: „Die römische Akademie und die altchriBtliclion Katakomben 

im Zeitulter der Renaissance." ,Au8 den Anfangsjaliren der Reformation." 

„Otto Bmnfels. Ein Gottesgel elirter, Arzt und Naturforscher des If», .lahr- 

htmderia", in den Monatslieften der Gomeniusgesellschaft, Hand 8. 

äch: „Zur Florians- und Lupus-Legende. Eine Entgegnung (Forl- 
«etznng)" im Neuen Archiv für ältere deutsche Geechiehte, 24. — „Zur Ep- 
tadioB- und Eparchius-Legende. Eine Entgegnung (Fortsetzung)", ebenda, 25. 
: „Das Buch Weinsberg, Kölner Denkwürdigkeiten ans dem 1 ß. Jahr- 
huDdert, Band 4", ui den Publicationen der Gesellschaft für Rheinische Ge- 
Kbichtskunde. Bonn, Uanstein. 

Liebe: „Der Soldat in der deutaclieu Vergangenheit." Leipzig, Dieclerichs, 
- „Das Kriegswesen deutscher Städte"' in den Gesdiichlsblättem , Band 1. 
Liebe und Winter: „Orts-, Personen- und Sadiregister zu den Regesta 
rehiepiacopatns Magdeburgenaia." Magdeburg, Baeusch. 

M ei n ar d u s: „Nassau -Oranische Correöpondenzen. L Der Katzen elbogiache 

rbfolgcetroit, I. 1 und 1.2". Wiesbaden. — „Schwarzenberg und die branden- 

^■ffgisohe KriegfUlu^ng in den Jahren 11)38 — 164Ü'' in den Forschungen zur 
lenbnrgisch-preuBBisciien Geschichte, Band 12. ^ „Das politische Testament 
les Grafen Johann von Idstem- Wiesbaden"' in den Annalen des Vereins fttr 
lasaaniBclic Alterthumakunde und Geschichlafürschung, Band 30. ^ „Fliedner'a 
kvfsatz: Beiträge zur Culturgeechichte des Herzogthuma Nassau" m den Mit- 
Igen des Vereins für naflsauischeAltcrthuuiskimde und Geschieh tsforscliung. 
Hein e ck e : „Das Leben des General- Feldmai-schalls H. von Boyen. Band 2. 
1614—1848." Stuttgart, Cotta. 

Meyer: „Eine unedule Urkunde Heuirich Raspe'a" in der Zeitschrift des 
Tereins für thüringische GeschicJite. Nene Folge XI. 

Overmann: „Der gegenwärtige Stand der Forschung über die Ab- 
retung des Elsasses an Frankreich" im Correapondenzbiatt dce Geeanuntvereins 
deutschen Gesdiichts- und Altertl lunisvereine. 

von Petersdorff: „Fiirat Biamarck's Gedanken und Erinnerungen und 
lYehachke's I'oh'tik" im BismiudcJaJirbneli. Band H. — „Die Entwicklung der 

HHtli^uiriaD. I. HsTL '' 



M 



Anloftc !. 
n .lalirbiidK'i-n für ilaH daBsisclie Alterthui 



ilenteclien KaieerBage" in den Nei 
Geacliicht* ii. b. w, 

von Pf tngk-Harttung: „Der Johanniter- und der Deutsche Ord 
im Kampfe Ludwig'« des Bayern mit der Curie." Ldpzig, Dunoker n 
Tlumblot. — ^„ÜieAnfilngede6Johanniter-HerrenraeiBterlliimiB"inderHi8toriach( 
VierteljahrBSühritt — „Die inneren VerhältaisaedesJohanniterordensin Deutsd 
land. besondere im östlichen Niederdeatschland" hi der ZdtBchrift für Kirchai 
geacliichte, Band 20. — „Eine Bulle Victors IV. füi" das [leorgenkloatar 
Naumburg" im Neuen Archiv für ältere deutsclie GeschichtBkunde IS99. 
„Zwei Bullen Silvesters II." im Historischen Jahrbuch der Göms-Gesellwshal 

l'rUmers: .,Tagebuc!i Adam Samuel llartmann's über seine CoUec 
preise i. d. Jaliren 1657 — 1659" in der Zeitschrift der HiBloriscIien ßesellsolig 
för die Pro^^nz Posen, Band 14, 

Ribbeck: „Aus Berichten des hessisclicn Secretärs lincker a 
Hofe während der Jahre 1666/6S" in den Forschungen zur Brandenburgischa 
und Preusaischen Goechiclite, Band 12. 

Richter: „Die Tlieilung der Erde. Eine Studie über das sociale Proble 
in deutsclier Sage und Dichtung" im Jahrbuch für Eleeetzgebang, Verwaltni 
und Volkswülhsdiaft, Band 23. — ..Uebei' Johann Georg Hugelgans (Archiv 
in Idstein 1729 — 1762)" in den Mittbdlnngen des Vereins für naesanisd 
Alterthumskunde und Geediichtaforsclmng. 

Sauer: „Urkunden und Regesten znr Gescliichte des Aug^8tine^El 
raitenklosters Marienthal bei Brünen." — „Zur Gescliichte der Besitzungen d 
Abtei Werden ; Forlaetzung 2 : die Güter der Abtei Werdeu im ehemalig« 
HoctiBÜft Münster." — „Üeber Siegel der Grafen Adolf III^ Adolf IV , Dietrich I 
Gerhard von der Mark" in der Zeitschrift des Bergischen Geschiolitsverei] 
Band 34. — „Naasauischee aus der DUsseldorfer Goethe- Ausstellung in d 
Zeitsclirifl Nassovia, Jalirgang 1 . 

Schans: „Graf F'ricdrich U. von Saarwerden und Klaus Mosung v 
Strassburg" im Correspondenzblattdes Gesammtvereinsder deutschen Gesdncfa 
vereine," — ,^ohannes Tobias Weller" in den Mittli eilungen des Veröns ( 
nassauische Alterthumskunde. 

Sehottmüller: ,^wei Brandenbur^sciie Erlasse für Grosspolen a 
dem schwedisch-polnisclien Kriege" in der Zeilschrift der historischen Geet 
echaft für die Provinz Posen, Band 14. 

Spangenberg: „Die angebliche Mainzer Synode des Jalirea lOSti a 
die Königskrönung WratJslaw's von Böhmen" in den Mittheilungen dealnatiti 
für Oesterreidiisdie GeBcliichtsforschung, Band 20. 

Wächter: Aufsätze im Ostfriesischen Schulblatt, betr. das Staats-Arcli 
zu Auricli, und in den Gstfrieeisdien Naclirichten, betr. den preussiachen 1 
(penings- Präsidenten von DerscJiau in Ostfriesland, 

Wagner: ,^U8 dem häuslichen lieben der nassauiscben Gi-afenfami 
im Hi. Jalirbundert" in den Mittlieilungen des Vereins ftir Nassauische Alti 
thuinskunde und Geschichtsforschung 1899/1900. — „Ueher den Urapm 



Anlage L 35 

det Hasses Nassau nadi neueren Forsehungen.^ Ebenda. — ^^Das Strass- 
Imtgat Hans ,ziim Seidenfaden^ im nassanischen Besitze^ im Gorrespondenz- 
klatt des Gtosammtvereins der dentscfaen Oeschichts- und Alterthumsvereine^ 

Warseh aner: ^^briss dw politischen und culturgeschichthchen Ent- 
wiokhmg des Landes Posen bis zm* Einverleibung in den preussischen Staat^ 
— als BSnleitung des Verzeichnisses der Kunstdenkmäler der Provinz Posen, 
Bd. 1. — In den Jahresberichten der Geschichtswissenschaft für 1898 das Ka- 
pitel Posen, Band 2. — ^^Uebersicht der Erscheinungen auf dem Gebiete der 
Posener Phmnzialgeschichte 1898^ in der Zeitschrift der Historischen Gesell- 
sdbaft fOr die Provinz Posen, Band 14. 

Winter: ,,DeutBche Geschichte im Zeitalter der Hohenstaufen'^ (Theil 
der Zwiedenedc-Südenhorst'schen Bibliothek deutsdier Geschichte) Lieferung 
12 und 13 (Band 2). Stuttgart, Cotta. — Abtheilung: „Politische Geschidite 
des 18. und 19. Jahrhunderts^' in den Jahresberichten für neuere deutsdie 
literatorgescfaichte. 

Wntke: ,,Der Streit um Laubus zwischen König und Herzog 1534 bis 
lb6h*^ in der Zeitschrift für Geschichte Schlesiens, Band 33. 

Ausserdem haben Archivbeamte ebenso wie in früheren Jahren biogra- 
piusdie Skizzen in der „Allgemeinen deutschen Biographie^', sowie kleinere 
Ifitäieihmgen und Recensionen in verschiedenen historisdien Zeitschriften ver- 
Offentiidit, audi selbstständig oder in Gemeinschaft mit Anderen die Redaction 
historisdier Zeitschriften geführt. 



S* 



IL Personalbestand der Königl. Prenssisohen 

Arohiwerwaltung. 

(1. März 1900). 

i. Directorium der Staatsarchive. 

(Berlin W. Leipziger Platz 11.) 

Dr. Koser, Geheimer Oberregierungsrath, Generaldirector der Staatuurdliive. 
Dr. Sattler, Geheimer Regienmgsrath , zweiter Director der StaatBardiive. 

Bureau des Directoriums.O ± 

Schulze, Geheimer Rechnungsrath. 
Noack, Rechnungsrath. 

II. Geheimes Staatsarchiv. 

(Berlin C. Klosterstrasse 76 und Neue Friedrichstrasee 83.) .| 

Dr. Koser, Geheimer Oberregierungsrath, Generaldurector der Staatsarchive, | 
Director. 

Dr. Sattler, Geheimer Regierungsrath , zweiter Du-ector der Staatsarchive, 
beauftragt mit der Geschäftsführung im Geheimen Staatsardiiy. 

Dr. Friedlaender, Geheimer Archivrath, Geheimer Staatsarchivar. 

Dr. Hegert, Geh. Archivrath, Geheimer Staatsarchivar. 

Dr. Keller, Archivrath, Geheimer Staatsarchivar. 

Dr. Bai Heu, Archivrath, Geheimer Staatsarchivar. 

Dr. Kohl mann, Archivrath, Archivar. 

Dr. von Pflugk-Harttung, Archivar. 

Dr. Arnold, Archivai* (z. Zt in Rom beim Königl. liistorischen Institut). 

Dr. Meinecke, Archivar, Privatdocent a. d. Universität 

Dr. Erhardt, Archivar (beun Geheimen Staatsarchiv auftragsweise beschäftigt). 

Dr. Granier, Archivar (beim Geh. Staatsarchiv auftragsweise besdiäftigt; 
vom I.April 1900 ab in Breslau). 

Dr. Rosen feld, ArchivhtUfsarbeiter (z. Zt. in Rom beim Königl. histo- 
rischen Institut). 

Dr. Klinkenborg, ArchivhtUfsarbeiter (z. Zt in Rom beim Königi. historischen 
Institut). 

Dr. Lau, Archivhülfsarbeiter. 

Wagen er, Geh. Kanzleisecretär. 

Brauns, Archivdiener. 

Pieper, Archivdiener. 

Herten, Hülfsschreiber. 

Wrede, HtUfsschreiber. 

Viertier, Hülfsdiener. 

Reipsch, Hülfsdiener. 

Specht, Heizer. 



1) Die Kanzleiarbeiten des Directoriums werden durch Beamte der Geheimen 
Kanzlei des Königl. Staatsministeriums ausgeführt 



Anlage U. 37 

lil. Staatsarchive In den Provinzen. 

1. Staatsarchiv zu Aurich. 



Dr. Wächter, Archivrath, Staatsarcliivar. 
Eisenhauer, Hülfsdiener. 



2. Staatsarchiv zu Breslau. 
(Neue Taschenstrasse 17.) 

Dr. Orünhagen^ Geh. Archivrath^ Archivdirector, ausserord. Professor a.d. 

Universität. 
Dr. Wutke, Archivar. 
Dr. Oranier, Archivar (bis 31. 3. 1900 auftragsweise beschäftigt beim 

Geh. Staatsarchiv in Berlin). 

LTA a 4k Vk A Air Ai.Alii«rVin1*aA«*VkA«4'Ai* 



3. Staatsarchiv zu Goblenz. 
(im Deutschordenshaose, Castorhof 35.) 

Dr. Becker, Archivratli, Archivdirector. 

Dr. Forst, Archivai*. 

Dr. von Petersdorff, Archivai*. 

Dr. Meyer, Archivassistent. 

Meyer, Eanzleisecretär. 

Wer nie in, Archivdiener. 

4. Staatsarchiv zu Düsseldorf. 
(Joscphinen-Strasse 8.) 

Dr. Harless, Geh. Archivrath, Archivdirector. 

Dr. Sauer, Archivrath, Archivar. 

Dr. Redlich, Archivar. 

Dr. Knipping, Archivassistent. 

Protsch, Eanzleisecretär. 

Berg, Archivdiener. 

5. Staatsarchiv zu Hannover, 
(am Archiv 1.) 

Dr. Do ebner, Archivrath, Archivdirector. 
Dr. Krusch, Archivar. 
Dr. Hoogeweg, Archivar. 
Dr. Eretzschmar, Archivar. 
Dr. von Domarus, Archivassistent. 
Dr. Fink, Archivhülfsarbeiter. 
Müseler, Eanzleisecretär. 
Hauptmüller, Archivdiener. 

6. Staatsarchiv zu Eönigsberg i. Pr. 
(im Konigl. Schloss.) 

Dr. Joachim, Archivratli, Archivdirector. 

Dr. Ehren berg, Archivar, Privatdocent a. d. Universität 

Dr. Earge, Archivar. 



38 Anlage U. 

Dr. Martin y, Archivhülfsarbeiter. 
Tobies, Kanzlelsecretär. 
Matern, Arohivdiener. 

7. Staatsarcliiv zu Magdeburg. 

(am Dom 1.) 

Dr. Ausfeld; Archivdirector. 

Dr. Liebe, Archivar. 

Dr. Merx, Archivar. 

Dr. LöwC; Aspirant 

Schulze, Gonsistorialsecretär, Bnreauhttlfisarbeiter. 

Fritsch, Archivdiener. 

8. Staatsarchiv zu Marburg. 

(im SchlosB.) 

Dr. Eönnecke, Geh. Archivrath, Archivdirector. 

Dr. Reimer, Archivrath, Archivar. 

Dr. Theuner, Archivar. 

Dr. Küch, Archivar. 

Dr. Foltz, Volontär. 

K niese, Eanzleisecretär. 

Petry, Eanzleihttlfsarbeiter. 

Schlarbaum, Eanzleihülfsarbeiter. 

Paulus, Archivdiener. 

Höh mann, Pumpenwärter und Gärtner. 

9. Staatsarohiv zu Münster i.W. 

(am Bohlweg 114.) 

Dr. Philip pi, Archivratli, Archivdirector. 

Dr. II gen, Archivrath, Ai*chivar. 

Dr. Krumbholtz, Archivar. 

Dr. Overmann, Archivhülfsarbeiter. 

Mothe, Kanzleisecretär. 

Licht, Archivdiener. 

10. Staatsarchiv zu Osnabrück, 
(im Konigl. Schloss.) 

Dr. Bär, Staatsaixhivar. 

Dr. Spangenberg, Archivhülfsarbeiter. 

Overwetter, Hülfsschreiber und Hülfisdiener. 

11. Staatsarchiv zu Posen. 

(am Schlossberg 4.j 

Dr. Prümers, Archivrath, Archivdirector. 

Dr. Warschauer, Archivar. 

Dr. Paczkowski, Archivar. 

Dr. Schottmülier, Archivhülfsarbeiter. 

Zirkel, Archivdiener. 

Walde, Hülfsschreiber. 



Anlage U. 39 



12. Staatsarchiv zu Schleswig. 

(Süderdomstrasse 15.) 

Dr. Hille, Oeh. Archivrath^ Archivdirector. 
Dr. de Boor^ Archivrath, Archivar. 
Graap; Kanzleisecretär. 
Stier, Hül&diener. 

13. Staatsarchiv zu Sigmaringen. 
Altenhof f, Reg.-Secretär, Verwalter. 

14. Staatsarchiv zu Stettin. 

(im Königl. Schloss.) 

Dr. von Bülow, Geh. Archivrath, Archivdirector. 
Dr. Winter, Archivrath, Archivar. 
Dr. Heine mann, Ardiivhülfsarbeiter. 
Nack, Kanzleisecretär. 
Westphal, Hülfsdiener. 

15. Staatsarchiv zu Wetzlar. 

Dr. Veit man, Oeh. Ardiivrath, Staatsarchivar. 
Warnecke, Hülfsschreiher. 
Kntzschrad, Hülfsdiener. 

16. Staats-Archiv zu Wiesbaden. 

(Mainzer Strasse 64.) 

Dr. Wagner, Archivrath, Archivdirector. 
Dr. Meinardns, Archivrath, Archivar. 
Dr. Richter, Archivar. 



ur. Kicnter, Archivar. 
Dr. Schaus, Archivassistent 
Schüler, Kanzleisecretär. 
Kleemann, Archivdiener. 



iV. Königlich Preuesisches Hi8tori8clie8 Inrtittit in Rom. 

(Palazzo Ginstiniani, Via deUa Dogana Veodiia 29.) 

* Dr. Friedensburg, Professor, erster Secretär. 
^vDr. Schellhass, zweiter Secretär, Archivar. 
'Dr. Kupke, Assistent. 

Abtheilung für das Repertorium Germanicum. 

$:Dr. Arnold, Archivar (auf trags weise; siehe Geh. Staatsarchiv, Berlin). 
p.Dr. Kaufmann, Assistent 
r.;Dr. Lulv^s, Assistent 
;Dr. Vahlen, Assistent 

?Dr. Rosenfeld, Archivhülfsarbeiter (auftragsweise; siehe Geh. Staatsiurchiv, 
Berlin). 
Dr. Klinkenborg, Archivhülfsarbeiter (desgl.). 
Dr. Knetsch, Volontär. 



40 Anlage II. — Inhalt 

V. Prfiflings-Commlssioii fDr Archiv-Aspiranten in Marburg. 

Dr. FreiheiT vonder Kopp, o. Professor, Vorsitzender. 

Dr. Eönnecke, Oeh. Ardiivrath, Archivdirector. 

Dr. Schröder, o. Professor. 

Dr. von Below, o. Pi-ofessor. 

Dr. Brandi, a. o. Professor. 



Inhalt 

S«Ito 

Vorbemerkung 5 

1 . Die Publicationen aus den K. l'i'eussischen Staatsarchiven ... 7 

2. Die Publication der „Urkunden und Actenstücke zur Geschichte des 

Kurfürsten Friedridi Wilhelm" 12 

3. Ardiivalische Publicationen der Berliner Akademie der Wissenschaften 13 

4. Archivalische Publicationen wissenschaftlicher Vereinigungen in den 

Provinzen 14 

5. Ei'schliessung der nichtstaatlichen Arcldve 21 

6. Umfang und Bedingungen der Benutzung der Staatsarchive zu For- 

schungszwecken 26 

Anlagen: 

I. Die IMtigkeit der Preussischen Staatsarchive im Jahre 1899 . . 31 

II. Personalbestand der Preussischen Archiv\'erwa]tung (1. März 1900.) 36 



Druck Ton J. B. Hirsohfeld in Ldpxig.